Dorffest

Wetterprobleme, Rettung aus Holzminden und erstmals eine Frau als „Alte“: So läuft das Pfingstbier in Woltershausen

Woltershausen - Das Wetter machte beim Pfingstbier 2024 in Woltershausen zunächst einen Strich durch die Rechnung – doch dann gab es Hilfe. Zudem steht erstmals eine Frau an der Spitze. Wie das Dorffest gestartet ist und wie es am Pfingstmontag weitergeht.

Umzuges durch Woltershausen: Es hatte zur Freude aller aufgehört zu regnen. An der Spitze: Das Altenpaar Annika Jung und Robin Tönnies. Foto: Michael Vollmer

Woltershausen - Viele Tage war das Wetter ein Traum. Die Sonne strahlte aus allen Löchern. Dazu gab es ja fast schon sommerliche Temperaturen. Und dann das: Ausgerechnet zum Höhepunkt des traditionellen Pfingstbiers in Woltershausen regnete es wie aus Kübeln. Unter den Bedingungen konnte sich der Festumzug auf keinen Fall in Bewegung setzen. Da blieb den zahlreichen Gästen keine andere Wahl, als sich unter Vordächern oder im Buswartehäuschen einen trockenen Platz zu suchen. Als der Regen dann allmählich weniger wurde, gaben die Verantwortlichen schließlich das Signal zum Start.

Schnell formierte sich die Musikkapelle Hödeken an der Spitze, die ebenfalls mit den widrigen Bedingungen zu kämpfen hatte. Doch für die Musiker gab es einen Lichtblick: Eine Gruppe aus Holzminden stellte dem Orchester spontan ihren Planwagen, mit dem sie an dem Tag in der Region unterwegs war, zur Verfügung. So konnten sich unter dem geschützten Dach ein Teil der Musikerinnen und Musiker mit ihren empfindlichen Instrumenten dann doch mit auf den Weg durch den Ort machen. „Das war unsere Rettung“, erklärt die Vorsitzende Mareile Gödecke.

Eine Besonderheit

Abgesehen von dem schlechten Wetter zum Auftakt bekommt das Pfingstbier 2024 aber auch noch wegen einer anderen Besonderheit ganz sicher einen besonderen Eintrag in der Chronik. Erstmalig wurde mit Annika Jung eine Frau als „Alte“ gewählt, die für die traditionsreiche Veranstaltung verantwortlich zeichnet. An ihrer Seite stand Robin Tönnies, der wiederum im Nachbarort Graste wohnt. Auch das war eine Premiere in Woltershausen. Weil Robin Tönnies in den vergangenen Jahren immer tatkräftig bei der Organisation unterstützt hat, fiel die Wahl auf den Junggesellen. So meisterten Jung und Tönnies im Vorfeld die Organisation des Traditionsfestes.

Und wie hat Annika Jung diese Zeit erlebt? Hat sie ihren Entschluss vielleicht sogar bereut, an vorderster Stelle mitzuarbeiten? „Nein, auf gar keinen Fall. Es hat großen Spaß gemacht. Außerdem geht ein besonderer Dank an das gesamte Team für die Unterstützung“, erklärt die „Alte“. Eine Sache hat den beiden dann doch ein wenig Ärger bereitet. „Bis zuletzt mussten wir auf die Genehmigung des Landkreises warten“, berichtet das „Altenpaar“. Für Annika Jung war es dann eine besondere Freude, als erste Frau die Festansprache beim Pfingstbier auf dem Dorfplatz halten zu dürfen. „Heute sind wir wieder hier versammelt, um das schönste Fest der Welt, das Pfingstbier, gemeinsam zu feiern. Da kann uns auch ein Regenschauer nichts anhaben“, erklärte die junge Frau.

Entscheidung zur Umgestaltung im letzten Jahr

Sie erinnerte daran, dass sich die Pfingstbiergesellschaft im vergangenen Sommer dazu entschlossen hat, die traditionelle Altenwahl umzugestalten. „Aus diesem Grund stehe ich nun heute hier und bin sehr stolz, mit einer tollen Truppe das Pfingstbier 2024 auf die Beine zu stellen“, erklärt Annika Jung. Es sei kaum vorstellbar, wie viel Arbeit hinter dem Team liegt. „Das Pfingstbier ist für uns mehr als ein einfaches Dorffest. Es ist ein Lebensgefühl, das uns allen in die Wiege gelegt wurde. Dabei halten junge und alte Menschen zusammen und arbeiten Hand in Hand“, meinte Jung. Am Abend war im Saal des Gasthauses „Zum braunen Hirsch“ eine große Party mit Tanz angesagt. Rund 400 Gäste hatten viel Spaß. Bis in die frühen Morgenstunden spielte die Band „Pour Toujours“ auf.

Am Montag geht es mit einem Katerfrühstück weiter, bevor die kleinen Leute beim Kinderumzug auf Tour gehen. Mit einer Scheunendisco enden die zwei unterhaltsamen Tage. Im kommenden Jahr gibt es für die Pfingstbier-Freunde in Irmenseul ein Wiedersehen.

von Michael Vollmer

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