Am Hohnsensee

Wie der Hildesheimer Mittelaltermarkt im Corona-Jahr abläuft

Hildesheim - Am Wochenende erobern die Ritter, Burgfräuleins und Co. wieder den Hohnsen. Allerdings wird der Mittelaltermarkt in diesem Jahr durch Corona ganz anders ablaufen als sonst.

Anne Köppelmann von der Event Werft und Hauke Bensch vom Verein Vereinte Banner greifen spaßhaft zu den Waffen. Foto: Mellanie Caglar

Hildesheim - Die Ritter kehren an den Hohnsensee zurück: Nur, dass sie in diesem Jahr zusätzlich zu Ketthemd und Schutzpanzer auch die Hygiene-Schutzausrüstung angelegt haben müssen. Auf dem Mittelaltermarkt, der heute um 17 Uhr startet, herrscht Maskenpflicht. Die Veranstalter haben ein Hygienekonzept ausgearbeitet, mit dem die Besucher in eine längst vergangene Zeit eintauchen sollen.

Das Programm

Der 2014 gegründete Verein Vereinte Banner unter der Leitung von Hauke Bensch und die Firma Event Werft, sie ist Betreiberin der JoWiese, haben sich wieder zusammengetan, und wollen auch in diesem Jahr wieder auf dem Areal der JoWiese Zelte von Handwerkern und Händlern aufbauen. Musiker und Künstler sorgen an mehreren Anlaufstellen für Unterhaltung. Kinder können sich im Bogenschießen erproben und Speckstein schnitzen. Ein Holzriesenrad wird aufgebaut sein. Es wird Handwerks-, Bogenschieß- und Schaukampfvorführungen sowie am Sonnabend gegen 21 Uhr eine Feuershow geben. Auch diverse Heerlager sind vor Ort: 27 mit knapp 270 Lagernden haben ihr Kommen zugesagt. Bei ihnen können die Besucher sich das Lagerleben epochengetreu anschauen und viel über die damalige Zeit erfahren. Die Lager sind abgegrenzt und dürfen laut Bensch nicht einfach ohne Erlaubnis betreten werden. Bühnen und Lautsprecheranlagen wird es nicht geben, um Anwohner nicht zu stören.

Das Hygienekonzept

Hygienemaßnahmen sind natürlich zu beachten. Der Zugang ist ausschließlich über den Haupteingang der JoWiese. Auf dem weitläufigen Gelände ist Abstand halten kein Problem, betont Matthias Mehler, Geschäftsführer der Event Werft. Tische und Stühle stehen verteilt auf dem gesamten Gelände bereit und auch zwischen den Marktständen, die einige Schritte voneinander entfernt stehen werden. Auf dem Gelände gilt die Maskenpflicht. Wie Mehler betont, dürfen laut Corona-Verordnung 1000 Gäste gleichzeitig hineingelassen werden. Im vergangenen Jahr kamen 2500 Gäste verteilt auf drei Tage. „Ich glaube nicht, den Moment zu erleben, dass wir 1000 Gäste gleichzeitig haben“, sagt der Geschäftsführer und weist darauf hin, dass am Ein- und Ausgang die Besucher gezählt werden.

Trotzt des Mittelalterspektakels ist das Freibad geöffnet, sodass Schwimmer ihre Bahnen ziehen können. Die Saison läuft bis zum 27. September. Beide Bereiche, Freibad und Markt, werden am Wochenende von einander abgetrennt. Die Besucher werden sich räumlich somit nicht in die Quere kommen. Und laut Wettervorhersage werden für den Raum Hildesheim 18 bis 20 Grad und Sonne erwartet. Für den Markt sind das laut Mehler ideale Bedingungen, mancher Schwimmer wird hingegen frösteln und möglicherweise Daheim bleiben. Bereits im März hatten Mehler und sein Team bei der Stadt Hildesheim den Markt angemeldet. Zudem nahmen sie Kontakt mit dem Gesundheitsamt auf und erstellten einen Pandemieplan. Dieser ist angelehnt an den Pandemieplan der JoWiese.

Bloß kein Nervenkrimi wie 2019

Wird es ein Mittelalter-Event in 2021 geben? Mehler kann es sich vorstellen und betont, dass die Entwicklung der Pandemie zu beobachten ist. Er ist auf dem Freizeitareal „sturmerprobt“: Hochwasser, Hitze, Corona – im vergangenen Jahr eine juristische Hängepartie. „Wir haben noch keine Post vom Gericht, keine einstweilige Verfügung“, sagt Mehler anspielend auf den Nervenkrimi in 2019.

Der Mittelaltermarkt startet am heutigen Freitag um 17 Uhr. Am morgigen Sonnabend und Sonntag geht er ab 12 Uhr los. Ein Tagesticket kostet im Vorverkauf acht Euro und an der Tageskasse zehn Euro. Kinder bis 15 Jahre zahlen einen Euro. Tickets gibt es online bei Eventim und an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Über die Online-Buchungen können schnell und einfach die Kontaktdaten der Gäste erfasst werden.

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