Bildung

Wie die CJD Förderschule in Elze Wege ins Berufsleben weisen will

Elze - Jugendliche mit sozialen oder emotionalen Einschränkungen brauchen besondere Zuwendung: Nun hat die CJD Förderschule Elze mehr Möglichkeiten und spezielle Räume eingerichtet.

Die alte Bonbonfabrik bietet der CJD Förderschule Elze mehr Platz und nun auch einen neuen Werkraum. Foto: Alexander Raths

Elze - Hautnah das Handwerk und auch den Gartenbau kennenlernen: Die Förderschule Elze des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands (CJD) hat ihr Angebot für Schüler und Schülerinnen in Elze ausgebaut. Dazu dienen Räume auf etwa 200 Quadratmetern in der alten Bonbonfabrik in der Sophienstraße, die Eigentümer Hartmut Hagen der Schule vermietet hat. In einem Werkraum können sich Lerngruppen Grundlagen für eine handwerkliche Ausbildung aneignen. Eine Hochbeet-Anlage dient dazu, dem Nachwuchs Gartenbau näherzubringen. Ziel ist, den Schülern erstes Rüstzeug zu geben, um später im Berufsleben Fuß zu fassen. Für die Ausstattung hat die CJD Kinder- und Jugendstiftung 20 000 Euro bereitgestellt.

Auch Bastian Janzen besucht die Förderschule. Für den Zwölfjährigen war die Einweihung der Erweiterung der Bonbonfabrik am Freitag ein Erlebnis. Und an der Dekupiersäge in der Werkhalle zeigte er, wie er ein Holzstück formen kann. Dem Jungen gefällt es an der Schule. Er kommt gut klar. „Die Lehrer sind auch toll“, sagte der Teenager – einer von inzwischen mehr als 70 Kindern und Jugendlichen, die an der Förderschule unterrichtet werden. Los ging es in der alten Post 2008: mit zunächst lediglich zwei Schülern. Mittlerweile ist die Lehrstätte in der Bahnhof- und Sophienstraße angewachsen.

Zur Freude von Förderschulleiterin Kerstin Mölling, die am Freitag bei der Einweihung auf die Entwicklung der Schule zurückblickte. So etwa hatte die Corona-Krise das Projekt gebremst. Unter anderem hatten Firmen Lieferschwierigkeiten. Aber nun sei durch viel Arbeitseinsatz, dank der Stiftung und auch dem Engagement der Schüler die Bonbonfabrik neu ausgestattet worden. Dazu gehört ein Maschinenraum mit Holzbearbeitungsmaschinen, mit denen man unter anderem Schülerwerkstücke vorbereiten kann. Zudem gibt es nun einem Werkraum mit Dekupiersägen. Werkzeuge, mit denen etwa Lehrer Kai Feldmann dem Nachwuchs die richtigen Handgriffe beibringt. Mit der neuen Ausstattung will die Förderschule den Schwerpunkt im Werk- und Technikunterricht sowie bei der beruflichen Orientierung im handwerklichen Bereich besser setzen können. Zudem diente das Spendengeld dazu, eine Hochbeet-Anlage einzurichten.

Ein „Vorzeigeobjekt“

Am Anfang der Mühen um eine Erweiterung der Förderschule stand Eckhard Nührig, früherer Leiter des CJD. Er erinnerte am Freitag bei seiner Rede an Zeiten, in denen man Regelschulen als per se geeigneter für die Inklusion ansah. Doch eben nicht für alle jungen Menschen, betonte Nührig. Die seien in einer Einrichtung wie der in Elze sehr gut aufgehoben. „Sie ist ein Vorzeigeobjekt, ein Leuchtturm“, meinte er – und diese Formulierung sei nicht übertrieben. „Es ist eine Freude, Eure Entwicklung zu beobachten. Ihr seid Klasse-Typen, macht so weiter und geht Euren Weg“, wandte sich Nührig an die Schüler. Von „kein Bock auf Schule“ könne bei ihnen keine Rede sein. Die fröhlichen Gesichter der jungen Leute zeugten davon.

Matthias Nack, CJD-Gesamtleiter für Norddeutschland, würdigte ebenfalls den Nachwuchs. Der Aufwand der Erweiterung der Förderschule habe sich für ihre Interessen gelohnt. „Ihr seid die Zukunft. Davon werden die älteren Menschen später profitieren.“

An den CJD-Standorten in der Region Hildesheim werden derzeit rund 1000 Schülerinnen und Schüler sowie junge Menschen betreut und unterrichtet, fast 120 Lehrkräfte sowie weitere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kümmern sich um sie.

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