Thema Kreisumlage

Wie die Hildesheimer Kreisverwaltung aus Versehen einen pikanten Finanzplan verriet

Kreis Hildesheim - Die Kreisumlage ist für den Landkreis Hildesheim die wichtigste Einnahmequelle und für die Städte und Gemeinden der größte Ausgabenposten. Nun ist offenbar eine Veränderung geplant – doch die sollte eigentlich noch gar nicht öffentlich werden: Wie es trotzdem passierte.

Es geht ums Geld ... Foto: Monika Skolimowska/dpa

Kreis Hildesheim - Die drastischen Kostensteigerungen der vergangenen Monate haben dem Landkreis Hildesheim ebenso zugesetzt wie den Städten und Gemeinden im Kreisgebiet. In dieser Lage kommt einer finanziellen Beziehung zwischen beiden Seiten eine noch größere Bedeutung zu: der Kreisumlage, die alle Kommunen als Anteil ihres Steueraufkommens an den Kreis abführen. Sie ist die wichtigste Einnahmequelle für den Landkreis und auf der anderen Seite für die meisten Gemeinden der größte Ausgabenposten – deswegen war sie in den vergangenen Jahren immer wieder hart umkämpft.

Veröffentlichung sofort gestoppt

Nun plant die Kreisverwaltung offenbar, die Umlage in einem Umfang anzuheben, der zum Beispiel für die Stadt Hildesheim als größtem Zahler eine siebenstellige Mehrbelastung bedeuten würde. Trotzdem erwartet Kämmerer Klaus Rosemann immer noch ein Defizit von knapp 30 Millionen Euro. Josef Stuke, Finanzexperte der Unabhängigen, sprach den Fehlbetrag und die geplante Erhöhung im Verlauf der Sitzung an. Beides hatte er dem Haushaltsentwurf auf der Homepage des Kreises entnommen und ging davon aus, der sei damit öffentlich und kein Geheimnis mehr. Der Entwurf war dort allerdings aus Versehen gelandet und höchstens eine halbe Stunde online, wie Landrat Bernd Lynack beteuerte. Er habe die Veröffentlichung sofort rückgängig gemacht. Ihm sei wichtig, erst die Bürgermeister zu informieren. Das ist für die kommenden Tage geplant.

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