Ein Stück Heimatgeschichte

Wie ein altes Herrenhaus im Kreis Hildesheim gerettet werden kann

Gronau - Der Bocksche Hof in Gronau ist ein beeindruckendes Gebäude. Viele würden es schade finden, wenn dieses komplett verfällt. Doch es gibt Möglichkeiten, den Komplex für die Zukunft zu erhalten und zu nutzen.

Traurig sieht in diesen Tagen der Anblick des Bockschen Hofes in Gronau aus. Das soll sich ändern. Foto: Chris Gossmann

Gronau - Orte wie dieser zeugen malerisch von der Geschichte des Hildesheimer Landes. Zwar ist der Bocksche Hof in Gronau in einem stark beschädigten Zustand, aber auch noch zu retten. Die Kreiswohnbaugesellschaft (kwg) will das Gebäude für die Zukunft erhalten und hochwertigen Wohnraum in dem alten Herrenhaus schaffen.

Verwittert und verfallen: Der Anblick des Gebäudes ist traurig, doch soll sich dies gewaltig ändern. Bereits Mitte Juni hat die kwg nach eigenen Angaben beim Landkreis Hildesheim den Bauantrag für den Bockschen Hof eingereicht und bemüht sich umfassend darum, dieses Projekt schnellstmöglich beginnen zu können. „Zum aktuellen Zeitpunkt gehen wir jedoch nicht davon aus, die Bauarbeiten in Gronau vor 2023 aufzunehmen. Das Gebäude befindet sich in einem desolaten Zustand und bedarf umfangreicher Sanierung“, erklärt kwg-Sprecherin Judith-Maria Reichardt auf Nachfrage der HAZ. „Von daher gehen wir weiterhin von Kosten in Höhe von vier Millionen Euro und gut anderthalb Jahren Bauzeit aus“, fügt sie hinzu.

Barrierefreie Appartements geplant

Geplant sind im Bockschen Hof sechs barrierefreie Appartments zu schaffen sowie Auto-Stellplätze auf dem Gelände bereitzustellen. „Bevor die Planungen aber Realität werden können, ist es erforderlich, das städtebauliche Sanierungsgebiet, in dem der Hof angesiedelt ist, insgesamt politisch zu platzieren und über Verfahren und Bezuschussung zu entscheiden“, erläutert Reichardt.

Das Projekt ist für die Kreiswohnbaugesellschaft nur realisierbar, wenn es mit Stadtsanierungsmitteln gefördert wird. „Es finden bereits intensive Gespräche mit der Verwaltung statt“, so Reichardt weiter. „Schön wäre es, das zukünftige Wohnangebot im beliebten Argentum-Konzept der kwg zu realisieren. Derzeit ist das jedoch noch nicht entschieden, da das Platzangebot der Immobilie recht begrenzt ist.“ Die Stadtverwaltung begrüßt die Pläner der kwg und will diese unterstützen, so Bürgermeister Volker Senftleben.

Bisher bietet die kwg bereits an sechs Standorten im Landkreis ein Argentum an, welches sich dem Unternehmen zufolge durch ein hohes Maß an Service und Sicherheit für seine Bewohner und Bewohnerinnen auszeichnet. Darüber hinaus würden Möglichkeiten zur Alltagsunterstützung geschaffen und der Hausgemeinschaft Begegnungsräume mit festen Programmpunkten zur Verfügung gestellt.

„Stück Historie beleben“

„Die kwg freut sich sehr darauf, das Projekt Bockscher Hof alsbald angehen zu dürfen“, so Reichardt weiter. „Und zwar mit dem Ziel, diesem wunderschönen Adelssitz wieder zu neuem Glanz zu verhelfen und für die Stadt Gronau ein Stück Historie nicht nur zu erhalten, sondern es vielmehr wieder zu beleben.“

Der Bocksche Hof I war ein Burgmannshof der Familie Bock von Wülfingen in Gronau. Ein Burgmannshof wurde vom jeweiligen Burgherrn oder Landesherrn in Städten mit Festungscharakter auf oder neben größeren Burgen des Hochadels oder königlichen Burgen als Wohnsitz eines Niederadligen errichtet. Von dem Gronauer Hof ist noch das 1706 erbaute Herrenhaus vorhanden, das unter Denkmalschutz steht.

Das Anwesen ist ein langgestreckter zweigeschossiger Steinbau mit Walmdach, der als Hochparterre über einem Kellergeschoss steht. Die Türen und Fenster in der elfachsigen Fassade sind mit Sandstein eingefasst. Zum Eingangsportal führt eine doppelarmige Freitreppe. Das Gebäude ist mit einer Seite an die Stadtmauer der Stadtbefestigung Gronau angebaut. Es ist seit langem unbewohnt.

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