Vierbeinige Models

Wie eine Hildesheimer Fotografin Hunde und Katzen in Szene setzt

Hildesheim - Doreen Hasenfuß fotografiert Tiere. Hunde, Katzen, Pferde. Dafür braucht sie in ihrem Studio in der Hildesheimer Dammstraße nicht weniger Geduld als für Aufnahmen in der Natur.

Hildesheim - Tiere sind für Doreen Hasenfuß das Größte. So, wie sie wild und lebendig vor einem stehen. Aber auch so, wie die Tierfotografin sie dann ablichtet – in Bildern, die so dicht an die Vierbeiner herangehen, dass man jedes Barthaar einer Katze, jeden Regentropfen im Fell eines Hundes erkennen kann und sie oft in einem besonderen Licht erscheinen.

Tiere zu etwas zu drängen, nützt überhaupt nichts

Doreen Hasenfuß

„Pawtraits“ nennt Hasenfuß das, was daraus entsteht – abgeleitet aus dem englischen Wort für Pfote oder Tatze, „paw“, und dem Wort Portrait. Seit sieben Jahren ist sie mit ihrer Kamera dabei, um den richtigen Augenblick abzupassen, wenn Hund, Katze oder Pferd in Ruhe oder Konzentration entweder im Feld unterwegs oder bei ihr im Studio sind. „Dabei ist Geduld immer das Wichtigste, ob drinnen oder draußen“, erzählt Hasenfuß, die 1986 in Magdeburg zur Welt kam und seit 2014 in Hildesheim lebt. „Die Tiere zu etwas zu drängen, nützt überhaupt nichts. Man kann nur mit ihnen arbeiten.“

Geduld ist das Wichtigste, ob draußen oder im Studio

Dabei seien es oft die Besitzer, die nervös werden, wenn nicht alles auf Anhieb so klappt wie in einem Portraitstudio für Menschen. „Manchen ist es unangenehm, wenn etwa der Hund nicht auf sie hört und still sitzt“, so die Fotografin,, die selbst ständig mit ihren beiden Hündinnen Aliki und Shelbie anzutreffen ist „aber das muss es nicht. Es ist ja keine gewöhnliche Situation, und das spüren die Tiere natürlich.“



Ihre große Leidenschaft verfolgt Hasenfuß schon seit dem Abitur – gelernt hat sie trotzdem erstmal einen „anständigen Brotjob“, wie sie sagt: „Im Jahr 2006 hab ich mir von meinen Ausbildungsgehältern als Rechtsanwaltsfachangestellte meine erste gute Kamera gekauft, eine Sony Cyber-shot“. Dann folgten viele Jahre, in denen sie damals ihre eigenen Katzen, Haustiere von Bekannten und Zootiere fotografierte. „Vor sieben Jahren hab ich mich schließlich dazu entschlossen, die Tierfotografie als Gewerbe anzumelden“, sagt sie.

Die Bildbearbeitung verändert das Motiv oft nochmal ganz entscheidend

Doreen Hasenfuß

Auch das Wildgatter sucht jährlich die schönsten Fotos

Und das ist in Deutschland mittlerweile so verbreitet, dass es auch in Vereinen wie der Gesellschaft für Naturfotografie organisiert ist. Die hat 1450 Mitglieder und 15 Regionalgruppen bundesweit. Bei Wettbewerben wie „Glanzlichter der Naturfotografie“, deren Gewinner bis zur vergangenen Woche auch im Hildesheimer Roemer und Pelizaeus-Museum zu sehen waren, beteiligen sich inzwischen hunderte Fotografen aus dem In- und Ausland. Denn: „Das Interesse für die Naturfotografie geht meistens mit dem Interesse für Naturschutz einher“, sagt Hasenfuß. Und der ist weltweit ein großes Thema.

In Hildesheim schreibt auch das Wildgatter jährlich einen Fotowettbewerb aus – der ist nicht auf Professionalität angelegt, sondern auf Spaß. „Wer will, kann Bilder an der Förderverein senden“, sagt dessen Vorstand Uwe Bringmann, „pro Person bis zu fünf Motive – aus denen dann die schönsten für den Jahreskalender des Wildgatters ausgesucht werden“. Außerdem veröffentlicht der Verein jedes eingesandte Foto mit Namensangabe auf dem Monitor am Eingang des Steinbergiums. Für dieses Jahr ist der Wettbewerb zwar gelaufen, doch im nächsten geht er in eine neue Runde.

Hund am karibischen Strand? Alles möglich

Das Studio „Pawtraits“ befindet sich heute in der Hildesheimer Dammstraße. Hier lassen sich auch mal exotische Bilder von verschiedenen Fototapeten machen: Hund am karibischen Strand? Kein Problem. Wenn es gewünscht ist, gibt es dazu auch noch eine Blumenkette um den Hals oder einen Sombrero als Sonnenschutz. „Auch Weihnachtsmotive werden inzwischen oft angefragt“, sagt Hasenfuß, die hauptberuflich im Helios Klinikum arbeitet, sich aber durchaus vorstellen kann, eines Tages nur noch von der Fotografie zu leben.

Ist das Foto im Kasten, geht es an die Bildbearbeitung. „Die verändert das Foto oft nochmal ganz entscheidend“, sagt Doreen Hasenfuß. Und deshalb gibt sie dafür ein Extra-Seminar. Nicht nur das Fotografieren selbst unterricht sie in Workshops, sondern auch den Umgang mit Bearbeitungsprogrammen wie Photoshop. Und: Auf Wunsch bespricht sie mit angehenden Tierfotografen auch deren Bilder und gibt Tipps, was man bei zukünftigen Aufnahmen noch berücksichtigen könnte.

Mit sich selbst sind Menschen oft viel kritischer

Die Zufriedenheit ihrer eigenen zwei- und vierbeinigen Kunden mit den Bildern hat Hasenfuß zwar im Blick, weiß aber auch: „Menschen sind weitaus kritischer, wenn sie sich selbst auf Aufnehmen betrachten. Da haben sie oft etwas auszusetzen, weil ihnen eine bestimmte Pose oder die Mimik nicht vorteilhaft genug erscheint. Tiere dagegen sehen für Menschen immer süß aus.“ Erst recht, wenn es die eigenen sind.

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