Temperatur-Vergleich

Wie kühl ist zu kühl? Warum das Wasser im Bad Salzdetfurther Freibad kälter ist als in anderen Bädern

Bad Salzdetfurth - Die Erfrischung in Bad Salzdetfurths Freibad ist für Badegäste oft größer als in anderen Bädern im Kreis Hildesheim. Was hinter den unterschiedlichen Wassertemperaturen steckt – und wie Badbetreiber die Lage erklären.

Am letzten Tag der Sommerferien war das Wasser im Bad Salzdetfurther Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken 22,5 Grad warm. Zum Vergleich: In der Hildesheimer Jo-Wiese betrug die Wassertemperatur 27 Grad. Foto: Daniel Hintz

Bad Salzdetfurth - Der Sprung ins kühle Wasser gehört für viele im Kreis Hildesheim an sommerlichen Tagen dazu. Doch wie kühl ist zu kühl? Was die eine als erfrischend empfindet, ist für den anderen schnell zu kalt. Gerade Kinder können im Wasser fix auskühlen. Die Wassertemperaturen in den Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken variieren in hiesigen Freibädern recht stark. „Ich probiere mit meinen Kindern im Moment viele Bäder im Landkreis aus“, berichtet etwa der Hildesheimer Kai Münnecke. „In Bad Salzdetfurth empfinden wir das Wasser als mit Abstand am kältesten – für meine Kinder fast zu kalt.“ Seine achtjährige Tochter habe nach dem Rutschen und Tauchen in der vergangenen Woche sofort gefroren. „Man muss sich bewegen und warm schwimmen.“

Heiko Räther, Geschäftsführer der Sportstadt GmbH, die unter anderem das Freibad Bad Salzdetfurth betreibt, kennt die Diskussion rund um die Wassertemperatur im dortigen Freibad. „Es gibt natürlich immer mal Gäste, die sich über die Temperaturen beschweren“, sagt er. Insgesamt sei das aber kein großes Thema für ihn.

Die Temperatur in Bad Salzdetfurth

Der Vergleich der Temperaturen im Schwimmerbecken einiger Bäder im Landkreis zeigt, dass Bad Salzdetfurth tatsächlich kühler daherkommt. Am Mittwoch vergangener Woche zum Beispiel, am letzten (heißen) Schulferientag, betrug die Wassertemperatur im Bad Salzdetfurther Schwimmerbecken 22,5 Grad. Das Wasser im Schwimmerbecken der Hildesheimer Jo-Wiese war am selben Tag 27,2 Grad warm, das im Bockenemer Freibad 25 Grad, das im Sarstedter Freibad 26,8 Grad – und das im Lamspringer Waldbad 26 Grad.

Hintergrund der unterschiedlichen Temperaturen sind die verschiedenen Varianten, das Wasser zu heizen. Im Bad Salzdetfurther Freibad wird es mit einer Erdgasheizung und zwei kleinen, ebenfalls mit Erdgas betriebenen Blockheizkraftwerken erwärmt. Zum vergangenen Wochenende erreichte die Wassertemperatur 24,5 Grad. „Die Einstellungen und Vorgaben für die Temperaturen sind bei uns seit Jahren grundsätzlich unverändert“, erklärt Heiko Räther. „Als Mindesttemperatur haben wir 22 Grad Celsius eingestellt, so dass bei Erreichen dieser Temperatur die Heizung startet.“ In der Regel werde sowohl für das Schwimmer- als auch für das Nichtschwimmerbecken eine Temperatur von 23 Grad erreicht. „Die Wassererwärmung ist sowohl technisch als auch wirtschaftlich eine große Herausforderung.“ Technisch spielten Wind und die Lufttemperatur in der Nacht eine Rolle – aber auch die Anzahl der Badegäste. „Je mehr Gäste, desto mehr (kaltes) Frischwasser muss zugegeben werden“, erklärt Räther. Wirtschaftlich sei zudem die Entwicklung der Erdgaspreise in den vergangenen Jahren schwierig. „Leider gibt es für uns aber keine kurzfristig realisierbare Alternative.“

Wie ist es im Stadtbad Bockenem und der Jo-Wiese?

Im Stadtbad Bockenem wird das Badewasser hingegen durch die Wärme aus der nahen Biogasanlage geheizt. „Durch einen langfristigen Vertrag ergeben sich für uns deshalb – auch in Zeiten gestiegener Energiepreise – keinerlei Einschränkungen“, sagt Pia Ulbricht von der Stadt Bockenem. „Wir können die gesamte Saison über eine Temperatur von etwa 25 Grad im Schwimmerbecken und etwa 27 Grad im Nichtschwimmer- und Planschbecken anbieten.“ Die Rückmeldungen der Badegäste dazu seien durchweg positiv, auch Vater Kai Münnecke beschreibt das Bockenemer Wasser als sehr angenehm.

Und in der Hildesheimer Jo-Wiese? Dort sind sowohl Schwimmer- als auch Nichtschwimmerbecken rund 27 Grad warm. Das Wasser wird bis 22,5 Grad mit Gas geheizt, darüber hinaus durch eine Solarthermie-Anlage. Bei Lufttemperaturen um die 30 Grad fahre die Anlage 735,3 Watt pro Quadratmeter Energie ein, erläutert Badbetriebsleiter Tobias Haumann. „Das Wasser kommt aus der Anlage aktuell – nur durch Sonnenkraft – mit 39,7 Grad heraus.“ Nachts sorge eine Abdeckplane dafür, keine Energie zu verschwenden.

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