Politikum

Wie oft ist der Rettungsdienst im Kreis Hildesheim zu langsam?

Kreis Hildesheim - Rettungswagen müssen in 95 Prozent aller Fälle innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort sein. Im Kreis Hildesheim müsse es schneller gehen, fordert die CDU angesichts der Zahlen von 2023. Doch rund um die Zahlen gibt es Verwirrung.

Ein Rettungswagen ist im Kreis Hildesheim unterwegs. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Rettungswagen müssen in Niedersachsen laut Gesetz in 95 Prozent aller Fälle innerhalb von 15 Minuten nach dem Eingehen eines Notrufs am Einsatzort eintreffen. Die Vorgabe wird im Kreis Hildesheim offenbar nicht ganz eingehalten – nach den Einsatzzahlen, die das Kreishaus auf eine Anfrage der CDU-Kreistagsfraktion nennt, erreichte der Rettungsdienst im vergangenen Jahr kreisweit nur eine Quote von etwa 93,5 Prozent. Für die derzeit sieben Standorte von Rettungswagen außerhalb der Stadt Hildesheim reichen die Quoten von 95,3 Prozent in Sarstedt bis 90,1 Prozent in Schellerten. Vor dem Gesetz ist indessen der kreisweite Wert maßgeblich.

Falsche Prozentzahlen

Die CDU-Fraktion nimmt die Antworten der Kreisverwaltung zum Anlass, in einer Pressemitteilung zu fordern, dass die Eintreffzeit kürzer werden muss. In der Begründung argumentiert sie allerdings mit falschen Prozentzahlen, die in der Antwort der Kreisverwaltung genannt werden. Die zeichnen ein deutlich dramatischeres Bild – demnach würden die vorgeschriebenen Eintreffzeiten an den sieben Standorten zwischen 10 und 21 Prozent überschritten.

Die Pressestelle der Kreisverwaltung konnte gestern nicht erklären, wie es zu den falschen Prozentzahlen kommt, die sich aus diesen absoluten Zahlen nicht ableiten lassen: 1.723 von 26.535 Fahrten des Rettungsdienstes dauerten länger als eine Viertelstunde. Das ergibt die oben genannte Eintreffquote von 93,5 Prozent oder im Umkehrschluss ein Defizit von 6,5 Prozent Einsatzfahrten, die zu lange dauern – auf die einzelnen Rettungswachen bezogen 4,7 bis 9,9 Prozent statt der 10 bis 21 Prozent, die die CDU aufgreift.

Rettungswachen und Ausstattung seit 2017 unverändert

Die Kreisverwaltung will die Zahlen nun in Abstimmung mit der Rettungsleitstelle noch einmal genau unter die Lupe nehmen – die Prozentwerte und auch die absoluten Zahlen, wie die Pressestelle erklärt. Die CDU-Fraktion hat indessen beantragt, das Thema nach der Sommerpause auf die Tagesordnung der Kreistagsgremien zu nehmen. Beim Rettungsdienst entschieden Minuten über Leben und Tod, gibt die Fraktion in ihrem Antrag zu bedenken.

Die Ausstattung der Rettungswachen in Alfeld, Bockenem, Gronau, Schellerten, Sarstedt und Sehlem bei Lamspringe ist laut Antwort der Kreisverwaltung an die CDU seit 2017 unverändert. Es gab in dem Zeitraum nur eine Änderung: Eines der Fahrzeuge aus Bockenem wird tagsüber in Sottrum in der Gemeinde Holle stationiert, um eine noch bessere Abdeckung in der Fläche zu erreichen. Sottrum ist aktuell der siebte Standort.

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