Bildung

Wie Schulhund Snoopy den Alltag von Grundschülern im Kreis Hildesheim bereichert

Adensen - Dass Hunde das Arbeitsklima verbessern, ist längst kein Geheimnis mehr. Aber sie können im Schulalltag auch noch viel mehr bewirken. Das beweist eine Grundschule im Kreis Hildesheim.

Die Grundschüler in Adensen üben mit Snoopy Tricks. Foto: Clemens Heidrich

Adensen - Sobald Snoopy den Klassenraum betritt, sind die Kinder sofort ruhiger, wirken direkt entspannter. Auch Snoopy legt sich auf seine Decke und lauscht dem Gesang der Kinder und seiner Besitzerin Veronika Kuntz. Sie ist Leiterin der CJD- Grundschule Adensen-Hallerburg und hat ihren Snoopy, der während der Corona-Pandemie zu ihr kam, als Schul- und Therapiehund ausgebildet. Auch Kuntz selbst, die aus Alferde kommt, hat eine Fortbildung für tiergestützte Pädagogik absolviert. Und seit Beginn dieses Schulhalbjahres leistet Snoopy nun den Kindern und Mitarbeitern Gesellschaft.

Der sechsjährige Elo ist vor allem bei der Hunde-AG gefragt, die in der Schule auf großes Interesse stößt, berichtet Kuntz. Die Kinder begrüßen Snoopy mit einem Leckerli, anschließend dürfen die Grundschüler Tricks mit ihm üben oder Gassi gehen – während Kuntz eine Leine hält, darf abwechselnd ein Kind eine weitere Leine in die Hand nehmen. Auch außerhalb der Arbeitsgemeinschaft haben die jungen Tier-Fans Hilfe beim täglichen Spaziergang angeboten. Und da kommt man automatisch sofort ins Gespräch, auch wenn es mal schwierige Themen sein sollten, die die Kinder gerade beschäftigen. Ganz nebenbei, in einem gelösteren Rahmen, sprechen die Kinder beim Spazierengehen offen darüber, wie es ihnen geht. In der Gruppe bekommen die Kinder während der Gassirunde kleine Aufgaben, um die Natur bewusst wahrzunehmen, ihre Augen und Ohren für ihre Umgebung zu schärfen.

Lieder über das richtige Verhalten

Spielerisch übt Kuntz mit den Jüngsten den Umgang mit Tieren, in dem Lied „Was Hunde mögen, weiß ich genau, denn ich spreche hündisch“ lernen die Kinder zum Beispiel, wie sie sich verhalten sollten, wenn die Tiere schlafen oder fressen oder wo sie gestreichelt werden dürfen. Kuntz achtet dabei die ganze Zeit darauf, dass sowohl die Kinder als auch ihr Hund entspannt sind. Sie fragt bei den Kindern nach, ob Snoopy aufstehen und sie begleiten darf oder welche Grenze, vielleicht auch wegen Ängsten, die Kinder haben. So entscheidet sich zum Beispiel ein Kind lieber dafür, Snoopy das Leckerli mit einem langen Löffel zu geben.

Auch beim Förderunterricht nimmt Kuntz ihren Hund mit, sagt sie. Wenn sich Kinder scheuen, Texte laut vorzulesen, könnten sie mit Snoopy ihre Ängste überwinden. Das Interesse an sogenannten Entspannungspausen am Montag mit Snoopy ist außerdem riesig. Wichtig: Alle Angebote seien freiwillig, kein Kind werde gezwungen, dem Hund zu begegnen. Auch auf Allergien werde geachtet. Doch manche Kinder hätten sich sogar ganz bewusst, trotz Vorbehalten, für die AG angemeldet, um Ängste zu verlieren. „Manche Familien überlegen sich jetzt sogar selbst, einen Hund anzuschaffen.“ Im Alltag merke Kuntz, wie Snoopy das soziale Miteinander verbessert und gleichzeitig die Motivation der Kinder steigt. „Mithilfe des Hundes kann eine positive Beziehung aufgebaut werden. Das steigert den Spaß am Lernen und hilft Kindern, achtsamer aufeinander einzugehen.“ Hunde würden die Atmosphäre einfach auflockern.

Stress für alle vermeiden

Mit kleinen Gruppen kommt Snoopy besser klar. Um ihn nicht zu stressen, verzichtet Sonderpädagogin Kuntz, die Religion, Deutsch und Musik unterrichtet, bisher darauf, ihn auch im normalen Unterricht mitzunehmen. Schließlich soll der Alltag auch für Snoopy so entspannt wie möglich sein.

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