Bad Salzdetfurth - Die Herbstferien haben es gezeigt. Der Bike- und Outdoorpark (BOP) in Bad Salzdetfurth wird immer beliebter. Die Kennzeichen der Autos auf dem Parkplatz dokumentieren, dass die radbegeisterten Menschen, darunter oftmals ganze Familien, teils lange Anfahrtswege auf sich nehmen, um ihre Runden auf der Anlage zu drehen. Doch wie sicher ist die Benutzung des Parks?
Tragischer Unfall
Ende August kam es zu einem tragischen Unfall. Ein auswärtiger, erfahrener Mountainbiker stürzte aus vermutlich gesundheitlichen Gründen beim Fahren im BOP und starb wenig später. Die Polizei übernahm die Ermittlungen. Inzwischen ist die Akte bei der Staatsanwaltschaft und geschlossen. Es habe keine Hinweise auf Fremdverschulden jedweder Art gegeben, eine Obduktion wurde nicht angeordnet, so die Erste Staatsanwältin Christina Wotschke. Deshalb habe es keine weiteren Ermittlungen gegeben. „Es bleibt dennoch ein sehr tragischer Vorfall“, sagt Heiko Räther, Erster Stadtrat in Bad Salzdetfurth.
Die Stadt ist Betreiber des BOPs an der Umgehungsstraße. „Und Unfälle wie diesen wünscht sich natürlich keiner“, sagt er. Dass es aber ein Unfallrisiko gebe, sei nicht von der Hand zu weisen – „wie auf jeder Skateranlage und jeder Skipiste“, ergänzt der Erste Stadtrat. Und wie dort sei auch die Nutzung des BOPs auf eigene Gefahr. Die Stadt sei aber verpflichtet, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. „Das tun wir auch“, so Räther. Die gesamte Anlage werde regelmäßig kontrolliert, präpariert und Strecken werden gegebenenfalls gesperrt, wenn sie nicht befahrbar sind.
Unfallzahlen sind gestiegen
Doch Unfälle passieren dennoch immer mal wieder. „Die allermeisten gehen glimpflich aus“, sagt Olaf Nützsche, der für die Stadt den BOP unter seinen Fittichen hat. Viele Fahrer hätten Erste-Hilfe-Taschen dabei, würden sich gegenseitig versorgen. Aber in einigen Fällen müsse auch der Rettungsdienst gerufen werden. „Die Einsätze haben durchaus zugenommen“, bestätigt Bad Salzdetfuhrts Ortsbrandmeister Sebastian Kälz. Mit Anwachsen der Anlage, sei auch die Anzahl der Einsätze gestiegen. Zahlen hat er aus dem Stehgreif nicht parat, es sei aber kein drastischer Anstieg.
Die Feuerwehr werde vom Rettungsdienst nachalarmiert, um Tragehilfe zu leisten. „Da müssen wir schon mitunter lange Wege zurücklegen“, sagt Kälz. Aber das müssten sie schließlich auch, wenn ein Mountainbiker mitten im Wald stürze und sich verletze. Und auch das komme vor, denn nicht nur der BOP, sondern auch die Umgebung der Kurstadt locke viele Radfahrer an. Dagegen seien die Bergungen im BOP einfacher, zumal es mehrere Zufahrten für die Einsatzfahrzeuge gebe und ausgewiesene Rettungspunkte, die die Orientierung für Nutzer und Rettungskräfte erleichtern. „Wir haben entsprechendes Kartenmaterial, um den Einsatzort schnell zu definieren“, erklärt der Ortsbrandmeister. Als im August der tödliche Unfall passierte, war die Feuerwehr nicht alarmiert worden. „Wir haben lediglich im Rahmen der Amtshilfe der Polizei eine Schaufel zur Verfügung gestellt“, sagt Kälz. Das bestätigt Stefan Bode, Leiter des Streifen- und Einsatzdienstes des Polizeikommissariates Bad Salzdetfurth. Mit der Schaufel waren die Spuren des Unfalls nach der Aufnahme beseitigt worden.
Touristische Ausrichtung
Der BOP sei und bleibe „touristisch ausgelegt“, sagt Nützsche. Heißt: Die allermeisten Strecken sind für Amateurfahrer geeignet, selbst absolute Anfänger und Kinder kämen im BOP auf ihre Kosten. Eine Ausweisung des Schwierigkeitsgrads der einzelnen Abfahrten gibt es an Ort und Stelle allerdings nicht. Auf der Webseite des Parks seien aber alle Strecken genau beschrieben. „Außerdem weisen wir auf einer Hinweistafel daraufhin, dass allen Fahrern geraten wird, sich die Anlage zunächst genau anzusehen, bevor man aufs Rad steigt und losfährt“, sagt Nützsche. „Und wir bestehen auf Helmpflicht“, erinnert Räther. Nützsche erlebt aber immer wieder, dass es Fahrer gibt, die es damit nicht so genau nehmen. „Die größte Unfallgefahr im BOP besteht darin, dass Nutzer die Sicherheitshinweise nicht ernst nehmen, ungeeignete Räder fahren und sich selbst überschätzen“, zieht Nützsche Bilanz. Doch das seien glücklicherweise nicht viele.
Mit Veranstaltungen wie dem „Dirt-Day“, der erst Sonntag wieder stattgefunden hatte, gebe es zudem Gelegenheiten, die Strecken auszuprobieren. Dann seien auch Fachleute vor Ort behilflich. Außerdem erinnert Nützsche an die Angebote der Fahrtechnikschule „Rock my Trail“, die nahe des Parks eröffnet hat und entsprechende Kurse im BOP anbietet.
BOP bleibe wichtig für die Stadt
Bei allen Angeboten und Vorsichtsmaßnahmen seien Unfälle aber nie ausgeschlossen. „So schlimm jeder einzelne Unfall auch ist, wir halten an unserer Ausrichtung fest“, stellt Räther klar. Der BOP sei ein wesentlicher Bestandteil im touristischen Konzept der Stadt.
