Mobilität

Wieder mehr Autos im Kreis Hildesheim – aber weniger Benziner

Kreis Hildesheim - Die Zahl der Autos im Kreis ist im Vorjahr auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Doch bei Schadstoffklassen und Antrieben tut sich was: Diesel und E-Autos legen zu.

Blechlawine auf der Kaiserstraße: Die Zahl der Autos in Stadt und Landkreis Hildesheim ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Die Zahl der Autos in Stadt und Landkreis Hildesheim ist im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordhoch gestiegen: 162.541 Personen-Kraftwagen waren mit Stand 31. Dezember 2020 im Kreis Hildesheim angemeldet. Das ist die größte Anzahl aller Zeiten, auch die Quote von 0,59 Autos pro Einwohner war noch nie so hoch. Insgesamt hat die Zahl der im Kreis angemeldeten Autos seit mehr als zehn Jahren Jahr für Jahr zugenommen.

Immer mehr dürfen fahren

Effekte wie mehr Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit durch die Corona-Krise, aber auch das Bemühen um einen besseren Nahverkehr oder mehr Radwege haben also bislang nicht zu einer Reduzierung der Zahl der Privatwagen geführt. Auch Carsharing-Konzepte haben anders als in größeren Städten bisher kaum verfangen. Ein Grund dürfte aber auch sein, dass aufgrund der Bevölkerungsentwicklung die Zahl derer, die mindestens 18 Jahre alt sind und überhaupt Auto fahren dürfen, stetig zeigt, auch wenn die Gesamtzahl der Einwohner zuletzt von Jahr zu Jahr leicht zurückging.

Massiv zugenommen hat allerdings die Zahl der Autos mit reinem Elektromotor sowie mit Hybrid-Antrieb – wenn auch weiterhin auf sehr niedrigem Niveau: Die Zahl der Elektroautos wurde, vor allem durch die staatlichen Anreize im Zuge der Corona-Krise, deutlich mehr als verdoppelt, liegt aber bei gerade einmal 0,5 Prozent. Allerdings heißt das, dass inzwischen jedes 200. Auto auf den Straßen in Stadt und Landkreis rein elektrisch unterwegs ist. Tatsächlich fallen die E-Kennzeichen im Straßenverkehr immer mehr auf.

Die Anzahl der Hybrid-Fahrzeuge ist fast doppelt so hoch wie vor einem Jahr und liegt nun bei 2360, das entspricht einem Anteil von 1,45 Prozent. Massiv gestiegen ist dabei der Anteil der sogenannten Plug-In-Hybride, ihre Zahl hat sich fast verdreifacht und liegt nun bei 618.

Erdgas immer seltener

Die überwältigende Mehrheit der Autos im Kreis Hildesheim ist aber weiterhin mit Benzin und Diesel unterwegs. Allerdings hat sich der Zuwachs bei Elektro und Hybrid hier teilweise ausgewirkt: Die Zahl der Benziner, die noch 2019 einen neuen Rekordstand erreicht hatte, ist im Jahr 2020 erstmals wieder leicht gesunken und lag zum Jahreswechsel bei 110.689. Ihr Anteil sank von 69,0 auf 68,1 Prozent.

Die Zahl der Diesel-Fahrzeuge stieg hingegen mit 47.197 auf den höchsten Wert aller Zeiten. Offenbar sind also vor allem Besitzer von Benzinern auf Elektro oder Hybrid umgestiegen. Erdgas spielt als Antrieb eine immer geringere Rolle, nur noch 0,9 Prozent der Autos sind damit unterwegs.

Euro 6 am häufigsten vertreten

Unterdessen werden auch die Benzin- und Dieselautos in Stadt und Landkreis Hildesheim immer sauberer, wenn man die Schadstoffklassen zum Maßstab nimmt. Bei den Benzinern kamen allein rund 8500 Fahrzeuge hinzu, die die Norm Euro 6 erfüllen. In allen anderen Schadstoffklassen ging die Zahl der Fahrzeuge zurück. Nur noch 12,6 Prozent der Autos gehören der Schadstoffklasse Euro 3 oder schlechter an und dürften zum Beispiel in Hannover nicht in die Umweltzone fahren. Ein Jahr zuvor lag dieser Anteil noch bei 14,5 Prozent, vor zwei Jahren bei 16,9 Prozent.

Betrachtet man nur die Diesel-Fahrzeuge, sind die Quoten ähnlich. 11,9 Prozent von ihnen weisen Euro 3 oder schlechter auf, ein Jahr zuvor lag diese Quote noch bei 13,1 Prozent. Zudem hat jetzt auch beim Diesel die Norm Euro 6 die Norm Euro 5 als am häufigsten vorkommende Schadstoffklasse überholt. Bei den Benzinern war die höchste Norm bereits ein Jahr früher führend.

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