Bis zu zwölf Anlagen geplant

Windpark Giesen – Planer geben Details zum Zeitplan bekannt

Giesen - Bei Giesen soll ein Windpark mit zehn bis zwölf Anlagen entstehen. Jetzt haben die Planer weitere Details, zu dem Projekt veröffentlicht.

Am Ortsrand von Giesen in Richtung Rössing soll der Windpark mit zehn bis zwölf Anlagen entstehen. Foto: Chris Gossmann

Giesen - Zehn bis zwölf Windräder könnten sich bald bei Giesen drehen. Ein entsprechender Windpark ist bereits in Planung. Dirk Staats, Gründer und Inhaber von SAB WindTeam mit Hauptsitz in Itzehoe, sowie Ingenieur Helge Ahrends stellten am Donnerstagabend dem Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz sowie Gemeindeentwicklung den Stand der Planung vor. Vorgesehen haben die beiden Experten eine Fläche von etwa 170 Hektar sowie ein Sondergebiet bei Hasede von etwa 20 Hektar.

Größere Abstände geplant

Für den Windpark Giesen-Emmerke haben die Planer einen Abstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung angedacht. Rechtlich könnte dieser laut Staats geringer ausfallen, denn die Gesetzgebung sehe das Zweifache der Gesamthöhe einer Anlage als Abstand zur Wohnbebauung vor. Bei einem Windrad von 250 Metern Höhe wären das 500 Meter bis zur Wohnbebauung. Seine langjährige Erfahrung habe aber gezeigt, dass ein größerer Abstand ratsam sei – auch aufgrund möglicher zukünftiger Gemeindeentwicklungsplanung. Denn ein Windpark werde in der Regel für eine Nutzungsdauer von 20 bis 25 Jahre errichtet. Letztendlich liege die Abstandsentscheidung aber bei der Gemeinde selbst.

Der SAB WindTeam-Geschäftsführer ging auch auf den Zeitplan für den Windpark ein: Die naturschutzfachliche Kartierung habe in Absprache mit der Eigentümergemeinschaft bereits im Frühjahr begonnen. Diese nehme ein Jahr in Anspruch. Im Anschluss werde der Genehmigungsantrag erarbeitet und beim Landkreis Hildesheim eingereicht. Der Experte rechnet damit, das Ende 2025 die Genehmigung vorliegt. Er geht von einem Realisierungsbeginn des Windparks für das Jahr 2027 aus. Staats betonte ausdrücklich, dass die Planung genauestens mit der Gemeinde und dem Landkreis abgestimmt werde. „Je besser man abstimmt, desto weniger muss man mit dem Kopf gegen die Wand schlagen.“

Transparenz versprochen

Er riet zu Angeboten zur Akzeptanzförderung in der Gemeinde. Zu Beispiel die Gründung einer Betreibergesellschaft in der Gemeinde, so bliebe die Gewerbesteuer in der Kommune, oder einer Bürgerwindanlage an. Ausschussmitglied Harms Bartölke (CDU) plädierte für einen Bürgerstromtarif. Vergleichbares gebe es bereits in Niedersachsen. Staats war das Thema nicht neu, er versicherte: „Wir sind dazu im Gespräch.“ Bartölke betonte ausdrücklich die Wichtigkeit eines Windparks. „Wir müssen jetzt die Anlage bauen, damit wir später Strom haben.“ Gemeindebürgermeister Frank Jürges war es wichtig, „dass wir frühzeitig in die Transparenz gehen“, die Bürger eingebunden werden, die Gemeinde weiterhin das Heft in der Hand hat und das Vorhaben zügig weiter vorangeht.

Umstrittene Baumpflanzung

Der Rathaus-Chef sprach bei der rund 100-minütigen Ausschusssitzung auch Baumpflanzungen in der Gemeinde an. Die Verwaltung sei dabei, ein Gesamtkonzept zu erstellen. Auch seien Gespräche mit dem Institut für Geographie der Universität Hannover und dem Landkreis hinsichtlich der Teilnahme an dem Projekt „kommunale Bodenschutzkonzepte“ geführt worden. Mit seinem Versprechen, in der Gemeinde 1000 Bäume zu pflanzen, und der Überlegung, einige davon entlang der sogenannten Panzerstraße zu pflanzen, war Jürges in der Vergangenheit auf Kritiker gestoßen.

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