Typisch!

Wir lieben Laster: Knallharte Recherche auf der Hildesheimer Börde

Hildesheim - Sonntags dürfen in Niedersachsen jetzt auch Laster fahren – aber bringt das auch was? Für diese Frage hat unsere Redaktion einen hochtalentierten Mitarbeiter drangegeben.

Dieser Mann hat einen Kollegen auf die Raststätte geschickt und nie wiedergesehen. Jetzt plagen ihn Gewissensbisse. Typisch! Foto: Julia Moras

Hildesheim - Manchmal verläuft so eine journalistische Recherche ja seltsam. Es ist Sonntag, und uns in der Redaktion fällt ein, dass Niedersachsen quasi ab sofort das Fahrverbot für Lastwagen ausgesetzt hat. Na, da wollen wir doch mal sehen, was das mit den armen Truckern und den Autofahrern auf der A7 macht! Der Kollege Kilian Schwartz wird kurzerhand auf die Raststätte Hildesheimer Börde geschickt, ein Mann, der quasi mit jedem kann. Der wird doch wohl den einen oder anderen Berufskraftfahrer anhalten und ausquetschen können?!? Um es gleich zu sagen: Kann er nicht. Mit dem Anhalten fängt’s schon mal an. Die großartige Maßnahme zur Beschleunigung des Warenverkehrs rollt an der Börde vorbei, die Lastwagen stehen. Wie immer. Plane an Plane.

Nicht mal einen Teller serbische Bohnensuppe

„Dann frag die doch, warum die nicht fahren!“, kommt das genervte Kommando Nummer zwei an unseren Reporter. Weil er aber weder weißrussisch noch polnisch sprechen kann, bleiben die Rechercheergebnisse mau. Nach einer Stunde hat unser zunehmend verzweifelter Mann mehrere Trucker geweckt, einen bei der oberkörperfreien Morgenroutine gestört und sich reihenweise Abfuhren eingehandelt. Seine Hoffnung, wenigstens zur serbischen Bohnensuppe eingeladen zu werden: enttäuscht. Die beiden Richtungsfahrbahnen: quasi lasterfrei. Kann das daran liegen, dass Hessen und Hamburg bei der Sache nicht mitmachen? Wie soll man so die Idee des neuen Verkehrsministers bewerten? Unser Kollege Schwartz recherchiert noch immer, wir vermuten ihn weiter irgendwo auf der Raste. Vorbildlich!

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