Hildesheim - Überall ist es dieser Tage zu hören: Vor zehn Jahren sagte Angela Merkel den Satz, der seither über ihrer Regierungszeit klebt wie Epoxidharz: „Wir schaffen das!“ Ein prima Satz, nur darf man nicht vergessen, dass sie noch viele andere schöne Sätze gesagt hat. Die zitiert heute kaum noch einer, was sehr schade ist.
So sagte sie 2005: „Die Frauen-Nationalmannschaft ist ja schon Fußballweltmeister, und ich sehe keinen Grund, warum Männer nicht das Gleiche leisten können wie Frauen.“ 2013: „Vor lauter Globalisierung und Computerisierung dürfen die schönen Dinge des Lebens wie Kartoffeln oder Eintopf kochen nicht zu kurz kommen.“ Und den Tarifkonflikt zwischen Lokführergesellschaft und Bahn kommentierte sie mit den Worten: „Mit dem Kopf durch die Wand wird nicht gehen. Da siegt am Ende immer die Wand.“
Muddi freut sich, dass Osama bin Laden tot ist
Mein persönlicher Favorit sind ihre Worte vom Mai 2011. Ich weiß noch, wie mir damals fast der Kaffee aus der Hand plumpste. An jenem Tag ging die Nachricht um die Welt, dass Islamisten-Anführer Osama bin Laden auf Befehl von US-Präsident Obama erschossen wurde. Merkel saß gerade in einer Konferenz, und als sie wieder rauskam, hörte sie als Erstes von Reportern diese Neuigkeit. Spontan und lächelnd sagte sie in die Kameras: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten.“
Da war sie uns ganz nah, unsere Angie, da sprach der Mensch, nicht die Kanzlerin. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Sammlung ihrer schönsten Zitate, ein „Best of Angela“. Mit diesem Buch könnten wir die 16 Jahre Deutschlands unter Muddis Fuchtel nochmal mit ganz neuen Augen betrachten – um uns hernach wieder den schönen Dingen des Lebens zuzuwenden, beispielsweise Kartoffeln.
