Hildesheim - Leicht verschnupft ist Lars Leopold am Wahlabend um kurz nach 20 Uhr. Den verbringt er wegen einer leichten Erkältung bei seiner Familie in Dunsen bei Eime. „Es ist eine Zitterpartie, da braucht man nicht drum herum zu reden“, sagt er mit Blick auf das Abschneiden des BSW. Derzeit ist noch nicht klar, ob die Wagenknecht-Partei den erstmaligen Einzug in den Bundestag schafft.
Im letzten TV-Duell vor der Wahl hatte Olaf Scholz eine Koalition mit der Linken und dem BSW ausgeschlossen und dies mit divergierenden Ansichten in Bezug auf die weitere Unterstützung der Ukraine begründet. Dass das den Ausschlag für das Abschneiden seiner Partei gegeben hat, glaubt Leopold aber nicht.
Für das Ergebnis des BSW macht er vielmehr den medialen Druck gegen die Partei verantwortlich. „Man hat uns in Umfragen kleingeschrieben. Die anderen Parteien und Medien wissen, dass wir unbequem sind und Themen wie Frieden und Waffenlieferungen auf die Tagesordnung bringen. Letztere lehnen viele Menschen ab.“ Noch sei aber alles offen.
Nun geht es um den Aufbau der Partei
Vor seiner Zeit beim BSW war Leopold Landesvorsitzender und Kreistagsabgeordneter der Linken. Im Oktober 2023 hat er die Partei verlassen, seit Gründung des BSW im Januar 2024 ist er Teil der Wagenknecht-Partei. Wäre er noch bei den Linken, hätte er den Einzug in den Bundestag schaffen können. Bereut er den Parteiwechsel? „Nein. Ich habe als Landesvorsitzender immer darum gekämpft, die Partei und den Flügel um Sahra Wagenknecht zu versöhnen. Das war aber nicht gewollt. Es war gut, da einen Schlussstrich zu ziehen.“ Er gönne Heidi Reichinnek den Erfolg, sie habe saubere Arbeit abgeliefert und er sei „ohne Häme und Groll“.
Und wie geht es weiter für das BSW? „Es geht weiter. Wir sind eine junge Partei und waren hochkonzentriert in drei Landtagswahlen. Jetzt widmen wir uns dem Parteiaufbau.“
