Mit Kilian Kraft auf Erfolgskurs

Wird der Himmelsthürer Handball-Coach vom Bessermacher zum Meistermacher?

Himmelsthür - Ex-Handball-Profi Kilian Kraft kann mit den Himmelsthürer Handballern im Topspiel in Hameln einen großen Schritt in Richtung Regionalliga-Aufstieg machen. Was ist sein Erfolgsrezept?

TuS-Trainer Kilian Kraft mit Linksaußen Maximilian Hollstein bei der Videoanalyse. Foto: Kais Bodensieck

Himmelsthür - In der Sporthalle an der Fohlenkoppel bereiten sich die Oberliga-Handballer des TuS Grün-Weiß Himmelsthürer auf das Topspiel beim VfL Hameln vor. Trainer Kilian Kraft ruft Maximilian Hollstein zu sich. Beide nehmen auf der Bank Platz, Kraft klappt sein Laptop auf und spricht ruhig mit dem Linksaußen. Der nickt einige Male.

Dann geht es aufs Feld. Kraft schnappt sich den Ball, spielt mit den Akteuren einige Angriffsvarianten durch und korrigiert nebenbei das Verhalten der Abwehrspieler. Die Ansagen kommen laut und deutlich: „Hier müsst ihr stehen. Hey, da ist eine Lücke!“

„Kilian war ein Glücksgriff“

TuS-Manager Ralf Weber sitzt auf der Tribüne und beobachtet das Geschehen. „Kilian war ein Glücksgriff für uns“, erklärt er. „Er hat jeden einzelnen Spieler und damit das gesamte Team besser gemacht.“ Seit Beginn dieser Saison trainiert der 41-jährige die Himmelsthürer Oberliga-Handballer, die im vergangenen Jahr aufgestiegen waren und jetzt schon wieder ganz oben stehen.

„Unser Ziel war ein Platz unter den Top-Fünf“, sagt Kraft. „Dass es so gut läuft, davon haben wir nicht einmal zu träumen gewagt.“ Mit 31:3 Punkten steht der TuS an der Spitze der Oberliga, dicht gefolgt vom VfL Hameln, der bei einem Spiel weniger 30:2 Zähler auf dem Konto hat. Klar ist schon jetzt, dass diese beiden Teams die Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga unter sich ausmachen werden. An diesem Samstag kommt es in Afferde zum direkten Vergleich (19 Uhr).

Er stellt hohe Ansprüche

Wie vor jedem Spiel bereiten sich die TuS-Handballer intensiv vor. Immer wieder werden die Automatismen wiederholt: aggressive Abwehr, Balleroberung, Tempospiel und Freiwurf-Varianten. Zudem steht regelmäßiges Kraft- und Athletik-Training auf dem Programm. Jeweils dienstags und donnerstags werden die eigenen Spiele und der Gegner per Videostudium analysiert.

„Ich stelle hohe Ansprüche an die Spieler“, erklärt Kraft. So wie er sie als Aktiver auch an sich selbst gestellt hat. Der gebürtige Liebenauer spielte früher unter anderem für Minden in der 1. Liga sowie beim ThSV Eisenach und bei Anhalt Bernburg in Liga zwei. Erfahrungen als Trainer sammelte der Projektleiter für Energieanlagen bei der Deutschen Bahn beim Drittligisten TSV Burgdorf II.

Levi Ripperger – ein Riesentalent

„Kilians Professionalität unterscheidet uns sicher von vielen anderen Oberligisten“, meint Weber. Und deshalb sind sich Spieler, die auch in der Regionalliga oder gar in der 3. Liga mithalten könnten, nicht zu schade, für Himmelsthür zu spielen. Zum Beispiel Torhüter Jan Koob, der von den Sportfreunden Söhre zum TuS kam. Oder Maximilian Hollstein, der am Bundesliga-Standort in Melsungen ausgebildet wurde. Oder der 18-jährige Außen Levi Ripperger aus dem A-Junioren-Bundesliga-Team aus Hannover-Burgdorf, der ein Zweitspielrecht für Himmelsthür hat. „Ein Riesentalent“, schwärmt Weber.

„Wir haben eine Supertruppe“, sagt der beste TuS-Torschütze Maximilian Hollstein (119 Saisontreffer). Der 21-Jährige kam wegen des Studiums nach Hildesheim. Er ist überzeugt: „Wir könnten auch in der Regionalliga mithalten.“ Mit einer Mischung aus erfahrenen Spielern wie Simon Oertel und Kevin Busche sowie jungen und talentierten Leuten wie Hollstein und Ripperger rauscht der TuS-Express durch die Oberliga.

„Es gibt keinen Favoriten“

An Selbstbewusstsein mangelt es den Spielern nicht: „Kraftpaket“ Justus Krumwiede freut sich auf das Spitzenspiel und sagt: „Wir wollen das Ding ziehen, einen Favoriten gibt es nicht.“ Doch die noch ungeschlagenen Hamelner sind schon ein anderes Kaliber als die anderen Kontrahenten. Das ist eine robuste und erfahrene Truppe, die mit Janne Siegesmund (137 Saisontreffer; d. Red) den besten Torschützen der Liga in ihren Reihen hat. Kraft betont: „Der Druck liegt bei Hameln. Die müssen aufsteigen, wir wollen.“ Der TuS-Trainer ergänzt: „Wir sind gut vorbereitet.“

Und wenn es tatsächlich mit einem Sieg in Hameln klappen sollte, dann könnte aus dem Bessermacher bald der Meistermacher werden.

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