Landkreis Hildesheim - Es ist in finanzieller Hinsicht eine deutliche Erleichterung für viele Menschen: Durch die Einführung des Wohngeld Plus haben sich zu Jahresbeginn die bisherigen Zuzahlungen zu den Wohnkosten nahezu verdoppelt. Sie stiegen um durchschnittlich 190 Euro auf rund 370 Euro. Das machte sich dementsprechen auch bei den Antragstellen der Stadt und des Landkreises Hildesheim deutlich bemerkbar: Die erlebten im Februar eine regelrechte Antragswelle – deren Bewältigung zu Wartezeiten von etwa vier Monaten führte. Und das, obwohl beide Behörden für die Bearbeitung der Anfragen personell bereits deutlich aufgestockt hatten.
Bei der Stadt, so deren Sprecher Helge Miethe, seien seit Jahresbeginn bis Ende April etwa 3000 Anträge auf das Wohngeld Plus eingegangen. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Vorjahr seien das etwa doppelt so viele. „Die Tendenz ist dabei sinkend“, so Miethe. Aktuell befänden sich noch etwa 1000 Anträge in Bearbeitung, die Wartezeit habe sich inzwischen von vier Monaten auf drei verringert.
Noch 300 Anträge beim Landkreis zu bearbeiten
„Derzeit sinken die Antragszahlen leicht“, teilt auch Birgit Wilken als Sprecherin des Landkreises mit. Derzeit seien noch etwa 300 Anträge zu bearbeiten. „Bei 250 Anträgen davon fehlen noch Unterlagen, 50 können beschieden werden“, so Wilken weiter – sie hatte bereits zu Jahresbeginn darauf hingewiesen, dass ein Großteil der Anträge unvollständig beim Landkreis eingehe und sich auch deshalb die Bearbeitungszeiten verlängern würden.
Aus dem Jahr 2022 liegen dem Landkreis ebenfalls noch 51 Anträge vor. „Bei 38 Anträgen davon fehlen noch Unterlagen, 13 können beschieden werden“, so Wilken. Sind die Unterlagen gleich bei der ersten Antragstellung vollständig, liege die Wartezeit bei gerade einmal ein bis zwei Wochen, so die Sprecherin. Hinzu kämen Neuberechnungen, etwa wegen einer Veränderung der Einkommensverhältnisse oder der Leistungen vom Jobcenter. Allerdings rechne man mit einer zweiten Welle von Antragstellungen ab Juli durch sogenannte „Leistungsbezieher anderer Transferleistungen“, also Menschen, die etwa das Bürgergeld beziehen.
Stadt richtet Telefondienst zur Beratung ein
Beide Behörden hatten zu Jahresbeginn ihr Personal zur Bearbeitung der Anträge aufgestockt. „Die Stadt Hildesheim hat zur Optimierung der Beratung einen Telefondienst der Wohngeldstelle eingerichtet, sodass täglich von 8 bis 12 Uhr die telefonische Erreichbarkeit gewährleistet ist“, teilte Stadtsprecher Miethe im Februar mit.
Beim Landkreis gibt es seit Januar eine zusätzliche Sachbearbeiterin in Vollzeit, eine weitere auf 35-Stunden-Basis. „Für April soll eine weitere Sachbearbeitung in Vollzeit hinzukommen“, so die Sprecherin, die zudem darauf hinweist, „dass die Mitarbeiter im Team Wohngeld viele Überstunden leisten, damit die Antragsteller zeitnah von der Wohngeldgesetzesänderung profitieren“.
