Emmerke - Die Feuerwehr ist am Samstagnachmittag mit einem Großaufgebot in der Emmerker Hauptstraße im Einsatz gewesen, um dort die brennenden Dachstühle von drei Wohnhäusern zu löschen. Ab der Bahnhofsstraße war das Gebiet größtenteils gesperrt, die Straßen waren dementsprechend zu dieser Zeit so gut wie leer. Hauptsächlich zu hören waren Funkgeräte. Die Einsatzkräfte arbeiteten bei 28 Grad Celsius auf Hochtouren. Zunächst stand nur ein Fachwerkhaus in Flammen, die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Doch dann breitete sich das Feuer weiter aus. Nach ersten Informationen wurden mehrere Menschen verletzt.
Um 13.46 Uhr wurden die Einsatzkräfte informiert, am Nachmittag war dann die komplette Giesener Truppe im Einsatz, ein Löschzug aus Nordstemmen, das Technische Hilfswerk und eine Fachgruppe für Bau aus Elze, dazu der Versorgungszug des Landkreises Hildesheim.
Drehleitern aus Hildesheim und Sarstedt im Einsatz
Auch zwei Drehleitern kamen zum Einsatzort: die der Berufsfeuerwehr Hildesheim und der Freiwilligen Feuerwehr Sarstedt. Eine stand vor dem ersten Haus, das Feuer fing, eine hinter dem zweiten. Die umliegenden Gebäude wurden geräumt, in der Umgebung ging ein Aschenregen nieder.
Deswegen gab es auch bereits früh Radiodurchsagen, dass Türen und Fenster geschlossen bleiben müssen. Giftig sei der Niederschlag nicht, „aber auch nicht gerade gesundheitsfördernd“, erklärt Jan Petersen, stellvertretender Gemeindebrandmeister Giesen.
Auch Einsatzkräfte leicht verletzt
In dem Haus, in dem zuerst Feuer ausbrach, hielt sich eine Frau auf, die mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht wurde. Außerdem gab es fünf Leichtverletzte, darunter auch Einsatzkräfte, die Rauch eingeatmet oder Kreislaufprobleme hatten. Fünf Rettungsfahrzeuge waren ursprünglich im Einsatz, zwei Stunden nach Brandausbruch waren noch zwei vor Ort.
Die Brandursache ist laut Petersen derzeit noch unklar. Die Polizei war ebenfalls beim Einsatz und nimmt nun die Ermittlungen auf. Das Nordstemmer Löschfahrzeug ist mit einer Drohne ausgestattet – die wurde kurz nach Ausbruch des Feuers verwendet, um Aufnahmen aus der Luft zu machen und die Glutherde zu lokalisieren. Anhand der Bilder erarbeitete die Einsatzleitung einen Lageplan. Das weitere Vorgehen: Die Gebäude werden „aufgebaggert“, wie Petersen erklärt, dann kann das Wasser aus dem Hydranten-Netzwerk und dem Rössingbach von oben in den Dachstuhl geschossen werden.
Bis alle Glutnester gelöscht waren, dauerte es bis in den Abend. Das Feuerwehrgerätehaus der Emmerker Ortswehr liegt ganz in der Nähe, ebenfalls in der Hauptstraße. So konnten die Brandschützer schnell vor Ort sein, die betroffenen Häuser werden nach dem Brand aber nicht bewohnbar sein. Auch der Giesener Gemeindebürgermeister Frank Jürges war an der Einsatzstelle zugegeben – schließlich wohnt er selbst in Emmerke. Er habe sich Sorgen gemacht. „Aber jetzt, wo ich sehe, wie professionell die Einsatzleitung vorgeht, bin ich vorerst beruhigt“, sagt er unweit vom Brandherd.
Bagger reißt die Dachstühle ein
Gegen 19 Uhr berichtet Gemeindebrandmeister Julian Goldammer, dass das Technische Hilfswerk (THW) begonnen hat, mit einem Bagger die verkohlten Dachstühle abzutragen. Die Feuerwehr sucht seither nach versteckten Brandnestern. Ein Teil der Einsatzkräfte ist abgerückt, ein anderer Teil wird noch bis in die Nachtstunden mit Nachlöscharbeiten beschäftigt sein.
Von Nathalie Benkendorf und Thomas Wedig

