Hildesheim - Wohnmobil-Reisende werden auch in der Campingsaison dieses und des nächsten Jahres in Hildesheim noch keine neue Stellplatzanlage vorfinden. Einen Platz mit Infrastruktur für Reisemobile wird es in Hildesheim so schnell nicht geben. Im Februar soll aber der nächste Schritt im Planungsverlauf erfolgen. Die Stadt halte daher einen Baubeginn Ende 2025 für möglich, teilt Stadtsprecher Helge Miethe mit.
Wie berichtet hatte die Stadt im Juni 2023 ihren Entwurf für einen neuen Platz für Reisemobile vorgestellt. Denn darüber, dass ein solches Angebot dem Tourismus und der Wirtschaft der Stadt guttun würde, herrscht weitgehend Einigkeit. Die Anlage soll hinter dem Vier Linden auf einer Fläche von rund 6000 Quadratmetern entstehen und etwa 30 Stellplätze vorhalten. Die Pläne sahen eine Ausstattung mit Strom- und Trinkwasserentnahme, Fäkalienstation, Müllsammelstelle und Beleuchtung vor, jedoch keine Sanitärgebäude. Dennoch lagen die veranschlagten Kosten mit 1,6 Millionen Euro um ein Vielfaches über der Kostenschätzung im Jahr 2020, die noch von 380.000 Euro ausging.
Diesen Ausgaben wollte die Mehrheitsgruppe aus SPD/Bündnis90/Die Grünen und Die PARTEI nicht zustimmen. Auf ihren Antrag hin beauftragte der Rat die Verwaltung, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen, um die Kosten möglichst auf 1 Million Euro zu drücken. Außerdem soll die Stadt ein Betriebskonzept entwickeln, um einen wirtschaftlichen Betrieb entweder durch ein Tochterunternehmen der Stadt oder einen Drittanbieter zu ermöglichen. Erst nachdem das Konzept dem Rat vorgelegt und beschlossen wurde, kann die Ausschreibung erfolgen.
Kosten sind im Februar Thema in den Gremien
In einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität im September 2023 kündigte die Verwaltung eine Mitteilung zum Stand der Dinge für November an – doch die blieb aus. Eine solche Mitteilung habe sich als „nicht zielführend“ erwiesen, erklärt Stadtsprecher Miethe dazu. Im Februar jedoch soll das Thema Wohnmobilplatz wieder auf den Tisch kommen: dann werden die Vorschläge zur Kostenersparnis den Gremien vorgestellt. Dazu gehörten auch inhaltliche Standards als Grundlage für die interne Entwicklung eines Betriebskonzeptes, erläutert Miethe. Im Haushalt 2024 sind 290.000 Euro für die Planungen enthalten, für 2025 und 2026 weist der Haushalt nach Auskunft Miethes weitere rund 1,3 Millionen Euro für den Bau des Wohnmobilstellplatzes aus.
Ist das Konzept fertig, wird es erneut den Gremien vorgelegt. Erst wenn die Politik dem Vorhaben zugestimmt hat, können die Bauarbeiten ausgeschrieben und die Gespräche mit potentiellen Betreibern konkret werden.
Zunächst werden Wohnmobilisten weiterhin den Platz am Hohnsen ansteuern müssen, der zwar weder Stromanschluss noch Trinkwasserentnahme bietet, aber wegen der schönen Lage trotzdem bei vielen Reisenden beliebt ist. Zurzeit ist er allerdings nicht zu nutzen, der Platz wird für die Trocknung des Aushubs aus dem Mühlengraben genutzt. Nach Auskunft der Stadt werden die Arbeiten und der anschließende Abbau der Anlage noch für etwa drei Wochen den Platz blockieren. Wohnmobilisten können während dieser Zeit die Parkplätze am Hohnsen oder am Philosophenweg nutzen.
