Kreis Hildesheim - Anders als während des Lockdowns im Frühjahr dieses Jahres sollen die Wertstoffhöfe in Stadt und Landkreis Hildesheim sowie die Deponie in Heinde in den nächsten Wochen geöffnet bleiben. Das hat Jens Krüger, Geschäftsführer des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH), am Mittwoch angekündigt. Zudem mahnte er, wer Sperrmüll abholen lassen wolle, müsse sich möglichst frühzeitig melden – denn noch immer sei die Nachfrage sehr hoch.
Die Sorge vor einer erneuten Schließung dürfte dazu beigetragen haben, dass zumindest am Montag viel Betrieb auf den Wertstoffhöfen herrschte. Krüger versuchte unterdessen mit den anderen Entsorgern in Niedersachsen zu einer einheitlichen Linie zu finden, „nachdem klar wurde, dass es vom Land keinen Erlass dazu geben wird.“
Besser vorbereitet
Ergebnis: Fast alle Kreise und Kommunen wollen ihre Wertstoffhöfe offen halten, der ZAH macht dabei keine Ausnahme: „Es ist ja auch eine Lehre aus dem Frühjahr, dass bei einer Wiedereröffnung nach einer Schließung der Andrang um so größer ist“, sagt Krüger. „Da muss man selbstkritisch sagen, dass das natürlich auch nicht Sinn der Sache war.“
Hinzu komme aber auch, dass Betreiber wie der ZAH heute deutlich besser vorbereitet seien als im Frühjahr: „Wir haben jetzt Masken, Handschuhe, Plexiglas und natürlich auch viel mehr Erfahrung im Umgang mit der Situation.“
Garge picobello?
Das gelte auch für die Kunden, einen Sicherheitsdienst halte er deshalb nicht für nötig. Schließlich, so Krüger, „können die Menschen mit Maske auf dem Wochenmarkt einkaufen, dann können sie auch mit Maske auf die Wertstoffhöfe kommen.“
Die Einrichtungen bleiben also zu den bewohnten Öffnungszeiten zugänglich. Der ZAH-Chef appelliert aber an die Bürger, das nicht um jeden Preis zu nutzen: „Ich sag’s mal überspitzt: Für einen Gelben Sack und zwei Pappen zum Wertstoffhof zu kommen, nur damit die Garage zu Weihnachten picobello aussieht, muss ja vielleicht nicht sein.“
Vorlaufzeit bei Sperrmüll
Unverändert hoch ist laut Krüger auch die Nachfrage nach Sperrmüll. Wer umzieht oder auch nur ein neues Sofa bekommt, sollte sich frühzeitig um einen Abholtermin beim ZAH bemühen, empfiehlt der Geschäftsführer. „Die Vorlaufzeit liegt aktuell immer noch bei vier bis sechs Wochen, obwohl wir zeitweise auch sonnabends fahren. Aber bei Fahrzeugen und Personal sind wir an der Kapazitätsgrenze.“
Der ganz große Hype wie im Sommer, als erkennbar viele Landkreis-Bewohner Kurzarbeit oder Home Office zum Renovieren nutzen, sei zwar abgeflaut, die Nachfrage liege aber immer noch über dem Schnitt der Vorjahre.
