Adventszeit

Baustellen rund um den Marktplatz – doch mit Verspätung hat es Hildesheims Weihnachtstanne ins Zentrum geschafft

Hildesheim - Für die Anfahrt der Hildesheimer Weihnachtstanne galten in diesem Jahr besondere Umstände, und manch einer blickte am Dienstagmorgen mit bangem Blick auf die Uhr. Wie der Nadelbaum es letztlich doch auf den Marktplatz schaffte. (Mit Video)

Seit Dienstagmorgen steht die Hildesheimer Weihnachtstanne auf dem Marktplatz. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Wo bleibt sie denn, die Tanne? Traditionell soll wie jedes Jahr eine Tanne den Marktplatz zur Weihnachtszeit schmücken. Damit die pünktlich zum Start des Weihnachtsmarktes am Montag, 25. November, fertig geschmückt den Platz erleuchtet, sollte sie am Montag zwischen 6 Uhr und 7 Uhr den Marktplatz erreichen. Erstmal kommt sie aber nicht.

Anders als sonst wird der Baum nicht etwa vormittags angeliefert. Wegen der Überbreite hat Hildesheim Marketing, verantwortlich für den Transport, nur eine Genehmigung für die Fahrt bis 6 Uhr morgens erhalten.

Das Warten dauert an

Nächste Schwierigkeit: Die Baustellen rund um die Rathausstraße. Die Tanne, die am Vortag gefällt wurde, muss also mit ihren 9,50 Metern Länge und vier Metern Breite den Kurzen Hagen nehmen, wie Thomas Ulrich von Hildesheim Marketing am Dienstagmorgen erklärt.

Er steht seit 6.30 Uhr genau dort bereit. Bloß die Tanne, die lässt auf sich warten. Bei jedem blinkenden Licht zucken Ulrich und seine Kollegin zusammen. Kommt sie da? Nein, doch nur ein Müllwagen. Halt, jetzt vielleicht? Ulrich winkt ab, es ist lediglich ein Transporter mit den ersten Teilen fürs Kinderkarussell für den Platz an der Lilie.

Eine Tanne bewarb sich selbst

Die Tanne, die an diesem Dienstag auf sich warten lässt, hat die Stadt Hildesheim ausgewählt. Die Bewerbungen sammelte Hildesheim Marketing. Sechs oder sieben Personen haben ihre Tanne ins Rennen geworfen, erzählt Ulrich.

Eine der Bewerbungen war dabei ganz besonders – nämlich von einer Tanne selbst. Mit Bewerbungsfoto und Anschreiben aus Sicht der Tanne. Die Tanne aus Hannover erhielt zuvor schon vom Weihnachtsmarkt Hannover eine Absage – und hatte auch in Hildesheim kein Glück. Zu langer Anfahrtsweg.

Tanne kommt aus Bockfeld

Die Tannen-Aktion ist eine Win-Win-Situation: Wer seine Tanne sowieso loswerden will, kann sie für den Markt spenden und muss sich nichts ums Fällen und den Transport kümmern. Und wer kann schon von der eigenen Tanne behaupten, dass sie auf dem Weihnachtsmarkt steht?

Die Wahl fiel schließlich auf eine Tanne der Familie Baumgarten aus dem Hildesheimer Bockfeld – für die Familie diente sie schon einmal als Weihnachtsbaum. In den 80er Jahren holte die Familie sich den Baum im Topf ins heimische Wohnzimmer. Nach den Festtagen entsorgte Familie Baumgarten die Tanne nicht, sondern pflanzte sie im eigenen Garten wieder ein. Nun, Jahre später, soll sie noch einmal mit Weihnachtsschmuck erleuchten.

Dann, endlich, kommt die Tanne

Es ist 7.15 Uhr, als Ulrich aufatmen kann. Mit orangeblinkenden Warnlichtern biegt der Tieflader in den Kurzen Hagen ein. Dort fährt er einen kleinen Schlenker durch die Fußgängerzone hoch zum Marktplatz. Ab hier läuft alles nach Plan.

Die Tanne wird an der Spitze von einem Kran aufgestellt und hochgezogen, dann, mithilfe der Arbeiter, an die richtige Stelle gezogen. Hier und da muss ein bisschen mit der Säge nachgeholfen werden, die unterste Zweigschichten werden abgesägt, dann kann die Tanne in die offene Stelle im Pflaster, die sogenannte Bodenhülse, eingelassen werden. Dort fixieren die Arbeiter sie mit Holzkeilen und Hammerschlägen.

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