Kreis Hildesheim - Rote Rosen und ein schlichter Fall auf die Knie? Das war gestern! Heute machen sich so manche Menschen mehr Gedanken, damit ihr Heiratsantrag unvergesslich wird – und dabei sind in der Vergangenheit einige sehr kreativ geworden.
Die Feld-Botschaft
Originell sollte er sein, der Heiratsantrag, den die Hildesheimerin Maja Jokel ihrem Freund Christian Paßmann machen wollte. Sie ließ die Worte „Willst du mich heiraten Doc“ auf ein Feld bei Nordstemmen pflügen. Als Christian die Botschaft entdeckte, malte er sich ein großes „Ja“ auf sein weißes T-Shirt. So ausstaffiert ging er dann wortlos auf die Terrasse – zu seiner zukünftigen Frau.
Der Truck in der Schuhstraße
„Komm’ mir ja nicht mit so einem 08/15-Antrag“, hatte Anja Potrykus ihrem Freund irgendwann mal gesagt. Diesen Satz hat sich der 37-jährige Marius Löschke gemerkt. Die Idee zu dem ungewöhnlichen Heiratsantrag per Lastwagen wurde bei einer Runde Bier mit Freunden geboren. Löschke weihte die beste Freundin seiner Zukünftigen in den Plan ein. Die sorgte dafür, dass die Altenpflegerin zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Als die beiden an der Bushaltestelle in der Schuhstraße standen, fuhr Löschke mit dem besprühten Truck vor – mit dröhnender Hupe.
Das 8-Meter-Transparent
Ganz viel Liebe war auch im Spiel, als Martin Fache im Mai 1995 seiner Angebeteten einen Heiratsantrag machte. Zunächst nähte er ein acht Meter langes Transparent, dann besorgte er sich einen Autokran. Am fünften Jahrestag des Kennenlernens, am 5.5., hängte er das Transparent an den 22 Meter langen Ausleger des 15-Tonnen-Krans – deutlich sichtbar für die Passanten am Pferdemarkt – und für die Angebetete. Flugs verließ die Zahnarzthelferin die Praxis und fiel ihrem Martin in die Arme.
Flammende Frage
Um 22.15 Uhr stand er hinter ihr, umarmte sie. Ihr liefen die Tränen über die Wangen. Er streichelte ihren Babybauch, während rund 20 Meter vor ihnen ein Leuchtfeuer aufflammte. „Anja, ich liebe dich. Willst du mich heiraten?“ stand im Juli 2013 mit roten Lichtern in das dunkle Ambiente des Samstagabends geschrieben. Und Anja sagte vor der Kulisse des Hohnsensees „Ja“.
Die Halbzeitpause optimal genutzt
November 2009: Eintracht Hildesheim spielt gegen ASV Hamm. Zu Beginn der Halbzeitpause übernimmt Alexander Kleintje (27) das Mikro. Kleintje hat sich vor der Haupttribüne postiert und schaut erwartungsfroh Richtung Zuschauer. Sein Blick bleibt an Andrea Bleckmann kleben – die 26-Jährige ist seit sechseinhalb Jahren seine Lebensgefährtin. „Willst Du meine Frau werden?“, will Kleintje von seiner Liebsten wissen. Die Zuschauer johlen, die Angebetete stürmt von der Tribüne runter zu ihrem Alexander und sagt „Ja, ich will!“
Mitten im Wrestling-Ring
Runter auf die Knie: Wrestler Özgür Bakar geht im Ring zu Boden – für seine Liebste. Im April 2016 bittet er nach einem Wettkampf in der gut besuchten Halle 39 um die Hand seiner Freundin. Das Publikum applaudiert frenetisch.
Der filmreife Antrag
Eigentlich will Ben Affleck im Film „Bounce“ die schöne Gwyneth Paltrow erobern. Doch vorher soll sich in Kino 5 im Jahr 2001 eine Szene abspielen, die selbst filmreif ist. Nach der Werbung tauchen lange Kerle in kurzen Hosen auf der Leinwand auf – darunter Volleyballer Ingo Werscheck. Seine Freundin Marion Kühn sitzt im Saal. Werscheck bekommt im Video von einem Mannschaftskameraden einen Ball an den Kopf geworfen und fällt um. Dann setzt er sich auf: „Marion, jetzt seh ich klar. Willst Du meine Frau werden?“ In Kino 5 bricht Jubel los. Überall leuchten Taschenlampen. 80 Freunde von Marion und Ingo sitzen im Kino und erleben mit, wie Marion „Ja“ sagt.
Das Schlitzohr in der Drehleiter
Dennis Stolte ist ein Schlitzohr. Da hat sich der Feuerwehrmann doch glatt an seinem dienstfreien Sonnabend im September 1994 vom Kaffeetisch verabschiedet. „Notfall, ich muss zum Einsatz“, waren seine Worte. Nur 20 Minuten später steht er im Korb der Drehleiter aber wieder vor seiner Wohnung und lässt sich in die Höhe fahren. Auf dem Balkon wartet seine Freundin Astrid Schliwinski. Sie ahnt: „Er hat was vor.“ Auf der Drehleiter entrollt Stolte ein gigantisches, zwölf Meter hohes Transparent. – mit Erfolg.
Antrag mit Adrenalin
Im Mai 2015 nutze ein Fallschirmspringer die Chance, seiner Freundin direkt nach der Landung auf dem Flugplatz Hildesheim einen Heiratsantrag zu machen. Das SkyDive-Team rollte dafür ein Plakat aus und hielt die Rosen bereit. „Ich hatte keine Ahnung von seinen Plänen“, sagte die Frischverlobte später. Und trotz des Antrags hat sie ihren Tandemsprung nicht gleich vergessen. „Es war der Wahnsinn.“
Riesen-Buchstaben auf dem Rasen
Mit Flüssigkreide ist der Name „Enna“ im Juni 2014 in Riesen-Buchstaben auf den Rasen des Friedrich-Ebert-Stadions gemalt. Dazu kommen zwei große Ringe und ein Herz. Ein Unbekannter hatte öffentlich seine Zuneigung zu einer gewissen „Enna“ bekundet – oder sollte es etwa „Emma“ heißen? Ob Enna (oder Emma) „Ja“ gesagt hat, ist aber nicht überliefert










