Hildesheim - „Wer hier einzieht und bis zum Schluss bleiben möchte, der muss akzeptiert haben, dass der Tod unausweichlich ist.“ Andrea Zimmermann, Leiterin des Michaelis Hospizes Hildesheim, ist geübt darin, Schwieriges und Unangenehmes deutlich auszusprechen. Sie sagt auch: Wer ins Hospiz zieht, müsse „aufgegeben haben zu hoffen.“ Gemeint ist die Hoffnung auf Heilung, auf die eine Therapie, die vielleicht doch helfen könnte, den einen Arzt, der vielleicht mehr weiß und kann als die anderen. Den Wunsch aber, gut betreut und palliativmedizinisch so versorgt zu sein, dass die verbleibende Lebenszeit so schmerzfrei wie irgend möglich ist – den darf jeder haben, der ins Michaelis Hospiz zieht und darauf setzt, dass dies ein guter Ort zum Sterben ist.
Welche erste Zwischenbilanz zieht Andrea Zimmermann ein Jahr nach der Eröffnung der ökumenisch betriebenen Einrichtung auf Gut Steuerwald? Funktioniert das Konzept oder hakt es irgendwo? Welche Erfahrungen machen das Hospizteam und die Kooperationspartner, welche machen die Bewohnerinnen und Bewohner? Diese und weitere Fragen werden am 5. März beim HAZ-Forum im thim im Mittelpunkt stehen. Darüber hinaus geht es bei der öffentlichen Podiumsdiskussion um die Chancen und Grenzen der Palliativmedizin und um Wege, den Tod zu enttabuisieren. Der Titel des HAZ-Forums: „Zeit, übers Sterben zu reden“. Diese Zeit nehmen sich am 5. März ab 19 Uhr neben Andrea Zimmermann auch Dr. Thela Wernstedt, Andreas Bentrup und Dr. Stefan Krok.
Dr. Thela Wernstedt hat zum Thema Sterbehilfe in Europa promoviert und war 2004 bis 2013 Oberärztin für Palliativmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Dort hat sie die Palliativstation aufgebaut und diese ab 2008 geleitet. 2013 wurde Wernstedt direkt gewählte Abgeordnete des Niedersächsischen Landtags, wo sie zehn Jahre für die SPD saß. Seit September 2023 ist Wernstedt Präsidentin der Klosterkammer Hannover.
Der Hildesheimer Andreas Bentrup ist ausgebildeter Schauspieler, erfahrener Klinikclown, Theaterpädagoge und fachlicher Leiter für die Humorworkshops der Stiftung „Humor hilft heilen“. Bentrup ist als Klinikclown auch in Hospizen zu Gast, als Schauspieler tritt er unter anderem mit dem Solostück „Sterben lernen“ auf. In dieser Rolle bereitet er sich gewissenhaft auf seinen letzten Schritt vor und nimmt sein Publikum mit auf die große Reise – im Mittelpunkt steht die Suche nach dem Weg des guten Sterbens.
Dr. Stefan Krok ist in Hildesheim seit 1993 in einer Gemeinschaftspraxis niedergelassener Hausarzt und Facharzt für Allgemeinmedizin, Geriatrie und Palliativmedizin. Seit 14 Jahren ist Krok leitender Arzt der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) Hildesheim, er ist in dieser Funktion auch zuständig für die Hospizversorgung in Kooperation mit den ambulanten Hospizdiensten und der stationären Einrichtung auf Gut Steuerwald.
Die Veranstaltung wird durch das Gespräch mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin und Sterbebegleiterin des Hospizvereins Hildesheim und Umgebung (Leben im Sterben) ergänzt. Die Moderation des Abends übernehmen Jana Hintz (Stellvertretende Leiterin der HAZ-Lokalredaktion) und HAZ-Chefreporter Jan Fuhrhop.
Das HAZ-Forum „Zeit, übers Sterben zu reden“ beginnt am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr im Theater im Malsaal (thim), Theaterstraße 6 (Eingang in der Gartenstraße). Einlass ist ab 18 Uhr. Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos, Anmeldungen sind aber notwendig und online hier möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, die Vergabe erfolgt nach Reihenfolge der Anmeldung.




