Hildesheim - Der 22. März 1945 war einer der schwärzesten Tage in der Geschichte Hildesheims. Alliierte Bomber hatten die Stadt in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs schon mehrfach angegriffen, aber an jenem Tag vor bald 80 Jahren legten rund 250 Flugzeuge als Reaktion auf den von Nazi-Deutschland entfesselten Krieg einen Großteil der Innenstadt in Schutt und Asche.
Innerhalb weniger Minuten regneten 439 Tonnen Spreng- und 624 Tonnen Brandbomben auf Hildesheim hinab. Als die Bomber abdrehten, waren Hunderte Menschen tot oder schwer verletzt und drei Viertel aller Gebäude zerstört oder beschädigt. Fotos, die nach dem Angriff aufgenommen wurden, zeigen ganze Stadtviertel wie wegradiert.
Überlebende: „Der Keller schwankte wie ein Vogelkäfig“
Die HAZ will den 80. Jahrestag der Zerstörung zum Anlass nehmen, mit den letzten Zeitzeugen der Katastrophe ins Gespräch zu kommen. Die meisten Überlebenden, die damals aus den Bunkern und Kellern krochen, sind bereits gestorben. Menschen wie Günther Detering, der als 16-Jähriger im Brühl beim Löschen half. Oder Gerlinde Picker, die den Angriff im Elternhaus am Immengarten überlebte. „Das elektrische Licht ging aus, der Keller schwankte durch die Bombeneinschläge wie ein Vogelkäfig“, erinnerte sie sich später.
Menschen, die Szenen wie diese erlebt haben, gab es in Hildesheim früher viele. Heute ist ihre Zahl auf einige wenige Frauen und Männer zusammengeschrumpft. Diese Zeitung will ihre Erinnerungen aufschreiben, für die Nachwelt festhalten und Online wie Print einer größeren Zahl Menschen öffentlich machen.
Exklusives Angebot für Abonnenten der HAZ
Zudem ist eine exklusive Führung für HAZ-Abonnenten sowie Abonnenten des alle zwei Wochen erscheinenden Newsletters „HAZ Zeitreise“ zu Orten der Zerstörung in der Innenstadt geplant. Dabei soll es nicht nur um Zahlen, Daten und Fakten gehen, sondern vor allem um die betroffenen Menschen und ihre oft tragischen Geschichten.
Wenn Sie Zeitzeugin oder Zeitzeuge des damaligen Infernos sind, nehmen Sie bitte Kontakt zur Redaktion auf. Dies ist online rund um die Uhr per Mail unter redaktion@hildesheimer-allgemeine.de sowie telefonisch unter 05121/106-302 sowie -303 möglich.
