Nach Vandalismus

Zerstörter Hochwasserschutz: Stadt Hildesheim setzt Belohnung für Hinweise auf Täter aus – und plant den Abbau der Schläuche

Hildesheim - Diese Tat zog große Empörung nach sich: In der Silvesternacht zerstörten Unbekannte die Flutröhren an der Innerste, die dem Hochwasserschutz dienen. Nun hat die Stadt dank der Spende eines Bürgers eine Belohnung von 2500 Euro ausgesetzt – für Hinweise, die zu den Tätern führen.

Ab Donnerstag, 4. Januar, soll damit begonnen werden, die Hochwasserschutz-Schläuche in der Großen Venedig abzubauen, dann kommt es auch zu Verkehrsbehinderungen. Foto: Kathi Flau

Hildesheim - Die offenbar mutwillige Zerstörung von Floodtubes entlang der Innerste hat nicht nur Extra-Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Ochtersum, des städtischen Bauhofs und anderer Helfer erforderlich gemacht, sondern auch einen hohen finanziellen Schaden verursacht. Die Flutröhren zum Hochwasserschutz hatte die Stadt Hildesheim nach der Flut von 2017 angeschafft. Ihre Sabotage hat nun heftige Empörung nach sich gezogen – seitens Stadt, Feuerwehr und freiwilligen Kräften. Aber auch viele Hildesheimerinnen und Hildesheimer kommentierten den Vandalismus mit Unverständnis.

Nun hat die Stadt „dank der Spende eines Bürgers“, wie es heißt, eine Belohnung von 2500 Euro ausgesetzt für Hinweise, „die zur Ermittlung der an der Tat beteiligten Personen führen“. Die Stadt Hildesheim hatte bereits Anzeige bei der Polizei erstattet. Denn ihr ist besonderer Schaden entstanden: Der könne zwar noch nicht genau beziffert werden, so Stadtsprecher Helge Miethe. „Die Kosten für das gesamte Schlauchsystem wurden 2018 mit rund 170.000 Euro beziffert.“ Die Feuerwehr hatte ihrerseits von einer geschätzten Schadenshöhe von 50.000 Euro gesprochen.

Sieben teils beschädigte Floodtubes

Am Neujahrsmorgen hatten Anwohnende mehrere beschädigte Teile des Hochwasserschutzes, den sogenannten Floodtubes, entlang der Innerste gemeldet. Bei der Erkundung durch den Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr wurden in Höhe der Tennisanlage sieben teils beschädigte Floodtubes festgestellt, einige davon schwammen in der Innerste. Nach Zeugenaussagen wurde am Silvesterabend eine Gruppe von etwa 30 Personen beobachtet, die sich im Bereich der späteren Beschädigungen aufhielt. Kinder, die zur Gruppe gehörten, sollen auf den Floodtubes herumgelaufen sein.

Wer sachdienliche Hinweise geben kann, erreicht die Polzei unter Telefon 05121 939-115. Die Belohnung von bis zu 2.500 Euro erhalten Hinweisgebende dann, wenn durch den Hinweis eine rechtskräftige Verurteilung erfolgt. Über die Zuerkennung und die Verteilung der Belohnung wird unter Ausschluss des Rechtsweges entschieden. Die Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und für an der Straftat nicht beteiligte Personen bestimmt.

Ab Donnerstag werden die Schläuche abgebaut

 Ab Donnerstag, 4. Januar, soll damit begonnen werden, die Hochwasserschutz-Schläuche in der Großen Venedig abzubauen. Die Arbeiten werden, je nach Wetterlage, voraussichtlich bis zum Ende der kommenden Woche andauern. „Durch den fallenden Pegel der Innerste ist das Hochwasserschutzsystem nicht mehr erforderlich“, teilt die Stadt mit. In der Straße Große Venedig und am Mühlengraben wird es in der Zeit des Rückbaus zu Verkehrsbehinderungen kommen. Im Anschluss wird die Straße gereinigt und wieder für den Verkehr freigegeben. Der Rückbau der Schläuche am Tennis-Center folgt direkt im Anschluss. Der Sandsackwall wird je nach Wetterlage ebenfalls zurückgebaut.

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