Hildesheim - Seien Sie mir nicht böse, liebe Leserinnen und Leser, aber manchmal verzweifle ich an der Kommunalpolitik. Seit anderthalb Monaten ist schon bekannt, dass in Hildesheim (vermutlich wegen schlampiger Aktenführung) 4000 Bürgerinnen und Bürger weniger ihr trübes Dasein fristen als angenommen – und damit 2000 zu wenig für die sagenumwobene 100.000-Einwohner-Marke. Sie allein berechtigt dazu, sich Großstadt zu nennen und damit in einer Liga zu spielen mit Rom, London, Berlin und ja, auch mit Hannover. Ich war mir sicher, dass die Parteien sich sofort mit Vorschlägen zur Abhilfe überbieten. Wer will schon in einem Atemzug genannt werden mit Peine, Pattensen oder Bad Gandersheim. Aber was passiert? Nichts! Kein Vorschlag, nicht mal vom Ratsherrn Bettels, der sonst immer Ideen hat, selbst wenn er keine haben soll.
Hildesheim und Diekholzen – das geht nicht gut!
Ich kann schon verstehen, dass keiner auf den alten Plan verfällt, ganz Diekholzen einzugemeinden – da hat Bürgermeister Matthias Bludau das Heft in der Hand, Typ knallharter Sozi, mit dem ist nicht gut Kirschen essen. Nein, man muss das GESCHICKT anstellen. Ich sage nur: Asel und Emmerke! Wenn man den Gemeinden Harsum und Giesen jeweils nur ein Dorf mopst, fällt das kaum ins Gewicht. Beide sind in Summe für 3000 Menschen gut (wenn die Zahlen ausnahmsweise stimmen), und ganz sicher wären die Leute da froh, wenn sie endlich in einer richtigen Großstadt leben. Natürlich muss das flankiert werden: Ich empfehle die Beschaffung zweier üppiger Präsentkörbe (150 Euro/Stück, mit Mettwurst, Bohnenkaffee und Dosenkaviar) für die Bürgermeister Marcel Litfin (Harsum) und Frank Jürges (Giesen). Das ist gut angelegtes Geld, Oberbürgermeister Ingo Meyer könnte die Geschenke selbstlos vorbeibringen. Das wäre mal eine Geste! Ach, und wenn noch irgendwo Geld übrig ist: Ich würde mich für meine Idee auch über einen Korb freuen. Aber bitte kein Kaviar.
