Stadt Hildesheim äußert sich

Zugang zum Baugebiet Ostend fehlt immer noch – woran es diesmal liegt

Hildesheim - Er sollte längst fertig sein – doch der Bahnübergang zwischen der neuen Hildesheimer Siedlung Ostend und der Goethestraße lässt weiter auf sich warten. Wann wird er fertig?

Hier soll der Bahnübergang zwischen der Goethestraße und der neuen Hildesheimer Siedlung Ostend (Hintergrund) verlaufen. Foto: Wiebke Barth

Hildesheim - Der geplante Bahnübergang von der Innenstadt zum Ostend auf Höhe der Goethestraße lässt weiter auf sich warten. Zunächst war der Baubeginn für Sommer 2019 angekündigt, wurde jedoch auf 2020 verschoben. Im Sommer 2020 hieß es dann, im November 2021 könnten voraussichtlich die Bauarbeiten starten. Doch auch daraus wurde nichts. Jetzt gehen die Stadt und die Bahn davon aus, dass 2023 gebaut wird.

Der Bahnübergang soll das neue Wohngebiet Ostend mit der Innenstadt verbinden: Er ist nur für Radfahrende und Menschen zu Fuß gedacht, die so schneller aus dem Neubaugebiet ins Zentrum gelangen können. Um eine Lösung dafür hatten Verwaltung und Politik lange gerungen.

Verwaltung forderte anderen Übergangspunkt

Die Verwaltung favorisierte von Anfang an die Goethestraße als Übergangspunkt. Doch dagegen setzten sich Anwohner und Anwohnerinnen zur Wehr. Insbesondere befürchteten sie, die geplante Rampe über die Gleise würde die Zufahrt zu den Grundstücken behindern. Die Verwaltung prüfte daher mehrere Alternativen. Schließlich blieb es bei der Goethestraße, die Rampe wurde auf eine Breite von drei Metern reduziert, um die Einfahrten nicht zu stören.

Gebaut wird der Übergang von der Deutschen Bahn; sie stellt den Antrag dafür beim Eisenbahnbundesamt (EBA) als Genehmigungsbehörde. Die Kosten trägt jedoch die Stadt, sie ist es schließlich, die den Bahnübergang wünscht. Für die Planung in Abstimmung mit der Bahn hat die Stadt ein Fachbüro beauftragt.

Pläne mussten angepasst werden

Bei dessen Arbeit kam es schon einmal zu einer Verzögerung, weil das Eisenbahnbundesamt (EBA) die Umweltanforderungen geändert hatte; die Pläne mussten angepasst werden. Dass der Bau nicht wie ursprünglich vorgesehen 2019 fertig wurde, sah die Stadt zunächst aber nicht als Problem – schließlich hätte ein Fuß- und Rad-Überweg ohnehin nur in eine Baustelle geführt.

Doch inzwischen sind rund 160 Bewohner und Bewohnerinnen im Ostend gemeldet. Entlang der Senator-Braun-Allee haben Unternehmen eröffnet, die ebenfalls über einen solchen Übergang zu erreichen wären. „Wir hätten den Bahnübergang lieber heute als morgen“, teilt Stadtsprecher Helge Miethe mit.

Tatsächlich habe die Bahn die Unterlagen Anfang 2021 zur Genehmigung beim EBA eingereicht. Doch das Amt war offenbar nicht zufrieden: Es bemängelte eine fehlende Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen städtischem und Bahngelände, erläutert Miethe. Das werde nun in den Plänen geändert.

Problematik: Geringe Breite des Übergangs

Zudem habe das EBA die geringe Breite des Übergangs als problematisch und als mögliche Gefahr für die Nutzer und Nutzerinnen angesehen. Die Rampe von Seiten der Goethestraße soll daher von drei auf vier Meter verbreitert werden. Dafür muss die Bahn wiederum erst zusätzliche Flächen zur Verfügung stellen. Die Verbreiterung der Rampe betreffe aber nur das Bahngelände, versichert die Stadt: „Die Anwohner, bzw. städtische Flächen sind dadurch nicht betroffen.“

Die überarbeiteten Pläne sollen Ende Januar 2022 fertig werden, dann erfolgt eine Prüfung durch die Bahn, ehe sie erneut beim EBA eingereicht werden. Die Neuerrichtung eines Bahnübergangs sei mit umfangreichen Auflagen verbunden, erklärt eine Bahnsprecherin: „Insofern ist die Planung hier nicht einfach und bedarf intensivster Abstimmungen.“

Die Kosten für den Bau des Bahnübergangs waren ursprünglich mit einer Million Euro angesetzt. Hinzu kommt ein sechsstelliger Betrag, den die Stadt für die künftige Unterhaltung an die Bahn zahlen muss. Wegen der Verzögerungen wird das ganze Projekt voraussichtlich teurer: „Es ist davon auszugehen, dass sich die Kosten entsprechend des Baupreisindex erhöhen“, so die Stadt.

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