Bei Hempens unterm Sofa

Zum Frischkäse mit Kräutern gibt es das Lied „La Provence“ als Zugabe

Hildesheim - Bei manchen Macken glaubt man, allein damit zu sein. Bei anderen ahnt man schon, dass sie kein Einzelfall sind. Im besten Fall haben sie mit Musik zu tun.

Mit Musik geht alles besser - und wenn sie nicht gerade laut ist, macht sie auch im Kopf Spaß oder an der Kühltheke. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! Oder besser: Guten Morgen, guten Morgen. Guten Morgen, Sonnenschein! Diese Nacht blieb dir verborgen, doch du darfst nicht traurig sein. Guten Morgen, Sonnenschein … Ja, und damit sind wir auch schon beim heutigen Thema. Denn es gibt Menschen unter uns, denen bei vielen Gelegenheiten sofort das passende Lied einfällt. Ich will jetzt nicht sagen, das sind Leute wie Sie und ich. Weil diese Macke wahrscheinlich nicht jede oder jeder hat. Zumindest nicht mit Liedern, die in die Kategorie Oldtimer gehören. Also Titel, die in der Hitparade liefen, als viele von uns noch Frotteeschlafanzüge trugen und Hawaiitoast auf dem Sofa mümmelten.

Der Frischkäse mit Kräutern

Wie auch diese Frau, die keinen Kräuterfrischkäse aus dem Kühlregal nehmen kann, ohne diese Zeilen (relativ laut) zu singen: „La Provence, la Provence, du blühendes Land. Menschen haben dich Garten der Liebe genannt.“ Ja, auch das sang dereinst Nana Mouskouri. Diese Kühlthekensängerin, eine aufmerksame Leserin dieser Zeitung, nennen wir sie einfach Sandra Bettels, hat mich angeschrieben, weil sie meint, ich sei genauso bekloppt wie sie – eine sehr kluge Frau.

Nach dem Horster Dreieck

Wir tauschten uns aus. Etwa über Autofahrten. „Ab dem Horster Dreieck blubbert es im Magen“, sagt Frau Bettels. Wenn das Schild mit dem Wort Maschen erscheint, platzt es aus ihr heraus: „Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Hamburg an. In einem Studio in Maschen. Gleich bei der Autobahn …“ Das kenne ich gut, dieses Gefühl. Irgendwie landen wir bei dem Namen Manuel und dem Lied von 1979. „Maria Dolores, oh-oh-oh, oh-oh-ho. Manuel. Wir kennen deine Stimme, wir kennen dein Gesicht, aber mögen, mögen wir dich nicht.“ Ich erkundige mich, ob meine augenscheinlich sehr fachkundige Gesprächspartnerin wisse, dass Anke Engelke im Lied mitgesungen habe. „Na klar!“, sagt sie und weiß sofort, dass die Kinderband „Pony“ hieß. Sagenhaft.

Frau Bettels glaubt, dass es wohl eine ganze Menge solcher Leute wie sie und mich geben könnte. „Aber nicht, dass ich alle kennen möchte“, scherzt sie. Aber aufschreiben könne man das doch mal. Na klar! Und dann sage ich beim Abschied leise Servus. In diesem Sinne: Schönes Wochenend’ und Sonnenschein!

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