Hildesheim. Fast anderthalb Jahre lang haben Sven Achtermann und Thomas Oser sich und ihre Maschinen auf das große Abenteuer vorbereitet (die HAZ berichtete zuletzt im Januar) – jetzt sind sie unterwegs. Am heutigen Montag noch in der Luft, am Dienstagfrüh Orstzeit in Ulaanbaatar in der Mongolei. Und dann geht’s auf den 650-er Suzukis quer durch Zentralasien heim nach Hildesheim. Zweieinhalb, drei Monate dürfte das schon dauern, vermuten die beiden. Erst einmal müssen sie die zerlegten Bikes aber wieder zusammenbauen.
Oser räumt am Sonntag noch ein, dass bei beiden ordentlich die Rübe rattert. Es sind ja auch nicht nur erfreuliche Nachrichten, die da vom Start ihrer Reise kommen. Sibirien brennt, in Kirgisistan hat es Ausschreitungen gegeben, und dann ist auch noch die nicht unwesentliche Kleinigkeit, dass es in Usbekistan zwar viel Gas, aber so gut wie gar keine Tankstellen gibt.
Und doch haben sich die Männer auf alle Eventualitäten vorbereitet. Auch auf etwaige Platzwunden – kann ja immer mal sein, dass einer im unwegsamen Gelände einen Sturz baut. Achtermann hat sich deshalb erst am Schweinefuß, dann mit Kunsthaut im Nähen geübt. „Hat gut funktioniert“, sagt er kurz vorm Reisestart gelassen: „Zehn, zwanzig Nähte, dann hat man es drauf.“ Unmengen Medikamente haben die beiden auch im Gepäck, schiebt der 59-Jährige nach: „Dass wir mächtig Durchfall bekommen bei dem Essen in der Mongolei, davon kann man ausgehen.“
Beide wollen auf ihrer Tour möglichst viele Menschen treffen – getreu nach ihrem Motto, wonach Reisen aus Menschen Mitmenschen macht. „Am meisten freue ich mich aber auf die totale Freiheit, früh am Morgen loszufahren, ohne zu wissen, was der Tag bringt und wohin genau der Weg uns führt“, sagt Achtermann. Irgendwann will das Duo sich mit seinen Frauen in der Türkei treffen, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Immerhin: Die ersten 350 Kilometer durch die Mongolei sollen asphaltiert sein.
