Coronavirus

Zweite Hildesheimer Klinik nimmt Corona-Patienten aus Thüringen auf

Hildesheim - Nach dem BK kommt auch im Helios Klinikum ein Intensivpatient unter Beatmung an. Der zuständige Chefarzt fürchtet eine weitere Zuspitzung der Lage – und appelliert an die Bevölkerung.

Das Helios Klinikum Hildesheim nimmt einen Corona-Intensivpatienten aus dem St.-Georg-Klinikum in Eisenach auf. Foto: Julia Moras (Archiv)

Hildesheim - Das Hildesheimer Helios Klinikum nimmt am Freitag ebenfalls einen Corona-Intensivpatienten aus Thüringen auf. Ein 75-Jähriger aus einem Krankenhaus in Eisenach, der auf ein Beatmungsgerät angewiesen ist, wird am Nachmittag mit einem Krankentransport nach Hildesheim gebracht. Zuvor war bekannt geworden, dass das St. Bernward Krankenhaus eine Corona-Intensivpatientin aus Bad Langensalza aufnimmt.

Auch der Eisenacher wird im Zuge des Kleeblatt-Systems nach Hildesheim verlegt. Corona-Intensivpatienten aus Ostdeutschland werden seit Ende dieser Woche aus den überlasteten Kliniken ihrer Heimat-Bundesländer nach Norddeutschland gebracht. Im ersten Schritt nimmt Niedersachsen acht Thüringer auf.

Fokus auf der Dialyse

Das Helios Klinikum entschied sich auf die Anfrage des Landes hin für den 75-Jährigen, weil er auch Dialyse-Patient ist. „Wir haben eine starke nephrologische Abteilung und bei der Dialyse derzeit keine Beschränkungen“, erklärt Dr. Christian Theis, Chefarzt für Intensivmedizin im Klinikum. Zwar habe das Personal auf der Intensivstation „gut zu tun“ und sei „seit Monaten extrem belastet“. Andererseits seien die Kapazitäten, um anderen Bundesländern zu helfen, derzeit da und müssten deshalb auch angeboten werden.

Vor der Ankunft des Thüringers behandelte Helios in Hildesheim zwölf Corona-Patienten auf der Normal- und vier auf der Intensivstation, drei von diesen werden beatmet. Theis betonte, die große Mehrheit der bisher auf der Intensivstation behandelten Corona-Patienten sei nicht geimpft gewesen.

Düstere Aussichten

Er appellierte noch einmal, sich impfen zu lassen. Vor allem Ungeimpfte sollten ihre Kontakte einschränken und die Hygieneregeln streng einhalten, fordert er. Und sagt: „Was sich vor allem seit zwei Wochen in Deutschland abspielt, öffnet hoffentlich vielen endgültig die Augen.“ Er rechne mit einer weiteren Verschärfung: „Die Intensivpatienten von heute sind die neuen Fälle von vor zwei Wochen – und seither sind die Fallzahlen noch einmal deutlich gestiegen.“

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