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50 Bilder aus 50 Jahren: Ein Rückblick auf die Geschichte des Hildesheimer Hohnsensees

Hildesheim - Vor 50 Jahren wurde der Hohnsensee eingeweiht. Wie Hildesheim zu seinem Strandbad kam – ein Rückblick mit 50 historischen Bildern.

Hildesheim - Vor einem halben Jahrhundert wurde der Hildesheimer Hohnsensee eingeweiht. Eine Zeitreise in die vergangenen 50 Jahre.


Der Name Hohnsensee erinnert wie die Brücke und die Straße an das im Mittelalter wüst gefallene Dorf, von dem sich bis 1634 noch die Hohnser Mühle an dieser Stelle erhalten hatte. Auf einem Foto friedlich vereint zeigen sich hier während der Bauarbeiten links die alte und rechts die neue Hohnser Brücke. Am 5. Oktober 1926 wurde die neue Brücke endgültig für den Fahrverkehr freigegeben, zu diesem Zeitpunkt war die alte Brücke bereits abgerissen, ihre Widerlager wurden vom 2. bis 4. Oktober 1926 gesprengt. Im Hintergrund der Aufnahme sind noch gut die parallel zum Brückenbau laufenden Pflasterarbeiten in Richtung Zimmerplatz und die Gebäude der ehemaligen Königlichen Baugewerkschule sowie erste Villen am südlichen Weinberg zu sehen. Aufnahme vom Juni 1926. Alle Fotos: Archiv Verlag Gebrüder Gerstenberg


Vom See noch keine Spur, Luftbild der Sportplätze am Hohnsen, darüber das Gebiet des heutigen Freizeitparadieses. Aufnahme von 1964


Kurt Illge, Regierungsbaurat und späterer Professor an der heutigen HAWK, präsentierte 1942 unter dem Titel „Ausbau der Stadt Hildesheim zu einer Großstadt unter Berücksichtigung der Sanierung der Altstadt“ seine Pläne für die Stadtentwicklung. Hildesheims Altstadt sollte saniert und zu Fremdenverkehrsattraktion werden, „Großer und kleiner Innerste-See“ schon inklusive. Aufnahme von 1970 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Der Landschaftsarchitekt Dr. Hans-Friedrich Werkmeister konnte Illges Traum endlich realisieren, nach Plänen von ihm und Martin Heimer nahm der See Gestalt an. Aufnahme vom 20. Mai 1972


Man könnte meinen, hier sollte der Lago Magiore entstehen. So stellten sie Werkmeister und seine Mitarbeiter den neuen „Badesee Hohnsen“ vor. Illustration von 1964


Noch war sie die alte Müllerwiese. Doch das sollte sich nun ändern … Aufnahme vom 7. Januar 1966


Stadtbaudirektor Bernhard Haagen ließ es sich nicht nehmen, den ersten „Spatenstich“ persönlich vorzunehmen und nahm entschlossen im Führerhaus der Laderaupe Platz. Aufnahme vom 7. Januar 1966 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Und schon beim dritten Aushub brachte die Schaufel Kies und Wasser nach oben, die anwesende Lokalprominenz zeigte sich tief beeindruckt. Aufnahme vom 20. Mai 1972


Dem erfolgreichen Kiesabbau stand also nichts mehr im Weg, die entsprechenden Einrichtungen wurden installiert. Aufnahme von 1966


Und Lkw um Lkw rückte an, um den hier gewonnenen Kies zu den Baustellen der Region zu transportieren, zum Beispiel zum Uni-Neubau auf der Marienburger Höhe. Aufnahme von 1969


Die freie HAZ-Mitarbeiterin Ruth Banduch (1916 – 1987) war regelmäßig auf der Baustelle und fotografierte anders als die Redaktionskollegen in Farbe. Aufnahme vom August 1966


Ein Blick auf den werdenden See aus luftiger Höhe. Aufnahme vom 20. Mai 1972


Taucher kommen sonst häufiger im Auftrag der Polizei zum Einsatz, um nach Tatwaffen oder Opfern von Verbrechern zu fahnden. Hier kam die Anfrage aber aus dem Museum. Aufnahme vom 27. November 1968


Und das Archäologenteam rund um Dr. Peter Seeger war mit der Hohnsensee-Ausbeute sehr zufrieden. Aufnahme vom 27. November 1968


Aber auch historische Laien konnten immer wieder auf beeindruckende Funde stoßen. Aufnahme von 1968 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Bevor Freizeitsportler aktiv werden konnten, war hier für lange Zeit die Industrie am Zug. Aufnahme vom Mai 1967


Das Badeverbot wurde dennoch regelmäßig ignoriert, auch von Erwachsenen, die auch nicht davor zurückschreckten, die Rohrleitungen als Sprungbrett zu missbrauchen. Aufnahme vom 8. August 1972


Großbaustelle Hohnsensee. Aufnahme vom 9. Januar 1971 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Wenn Industrierelikte zu Kunst werden … Aufnahme vom 12. Februar 1972 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Der neue „Cutterbagger“ im Einsatz, die Halbinsel links im Bild nimmt den Abraum auf. Aufnahme vom 11. Juni 1969


Während des Kiesabbaus war Baden im See lebensgefährlich und streng verboten. Die sieben Jugendlichen auf unserem Foto ließen sich davon nicht abhalten, schließlich war das Frühjahr 1968 mit Temperaturen bis zu 35 Grad außergewöhnlich heiß. Am ersten Schultag nach den dreiwöchigen Osterferien gab es sogar hitzefrei, also „nischt wie raus nach Hohnsensee“. Aufnahme vom 23. April 1968


Diese Jungs gingen schon halblegal baden: Der See war zwar fertig, aber noch nicht freigegeben. Aufnahme von 1973


Viel Mühe erforderte auch die Bildbearbeitung für diesen gelungen Aprilscherz der Redaktion. Lang bevor Luchs, Wolf und Fischotter ihr Comeback in der heimischen Fauna feiern konnten, siedelte die HAZ einen neuen Bewohner im entstehenden Hohnsensee an. Einen Delfin mit dem sinnigen Namen „Apri“ hätte die Stadt per Flugzeug aus Miami via Hannover einfliegen lassen. Das Tier wäre eigens darauf trainiert, Nichtschwimmer im Bereich von Untiefen zurück ans Ufer zu drängen und bei Unglücksfällen einzugreifen. Aufnahme vom 1. April 1973


Dieser Zahn stammt hingegen von einem echten Hildesheimer Mammut und wurde beim Kiesaushub entdeckt. Aufnahme von 1967


Nach acht Jahren Wartezeit war es dann endlich so weit, der See wurde feierlich eingeweiht. Obwohl das Wetter nicht mitspielte, war der Andrang riesig. Aufnahme vom 26. Mai 1974


Fast 30.000 Hildesheimerinnen und Hildesheimer waren auf den Beinen. Aufnahme vom 26. Mai 1974


OB Friedrich Nämsch übernahm den offiziellen Akt. Aufnahme vom 26. Mai 1974


Der Vorrat an Erbsensuppe reichte allerdings nur für 1200 Portionen, entsprechend heftig war das Gedränge bei der Ausgabe. Aufnahme vom 26. Mai 1974


Eine besondere Attraktion: Hildesheims wohl erste „Flitzerin“. Aufnahme vom 26. Mai 1974 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Drei Mann in einem Boot: OB Friedrich Nämsch, sein Nachfolger Heiko Klinge und der damalige Stadtdirektor Michael Schöne fuhren den See mit einer Bootstour ein. Aufnahme vom 26. Mai 1974


Die Polizei hatte vorab regelmäßig Erbsensuppe verkauft, um das Rettungsboot zu finanzieren. Aufnahme vom 26. Mai 1974


Erster Programmpunkt war die Segelregatta der Optimistenjollen der Kanu- und Segel-Gilde Hildesheim. Aufnahme vom 26. Mai 1974 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Vom Südufer aus ließ sich das Treiben besonders gut beobachten. Aufnahme vom 26. Mai 1974 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Die Jollen nehmen Fahrt auf. Aufnahme vom 26. Mai 1974 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Blick nach Südwesten in Richtung Ochtersum. Aufnahme vom 26. Mai 1974 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Und nach Norden in Richtung Stadt. Aufnahme vom 26. Mai 1974 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


An den Ufern standen die Menschen dichtgedrängt, trotz des schlechten Wetters. Aufnahme vom 26. Mai 1974


Zwar nicht der Deutschland-Achter, die Rennruderboote des Hildesheimer Ruder-Clubs gehörten aber trotzdem zu den Attraktionen des Eröffnungstages. Aufnahme vom 26. Mai 1974 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Das Wetter wurde besser, einige Tage nach der Eröffnung herrschte am Strand endlich echter Badebetrieb. Aufnahme vom Juni 1974


Spaziergang am noch wenig bewachsenen Südufer des Hohnsensees. Aufnahme vom 29. September 1974 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Ein Jahr nach der Eröffnung gehörte der See schon selbstverständlich zum Stadtbild und war zum beliebten Treffpunkt geworden. Aufnahme vom 26. Oktober 1975 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Und wieder ein Spaziergang am noch wenig bewachsenen Südufer des Hohnsensees. Aufnahme vom 29. September 1974 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Von Blaualgen noch keine Spur, Badevergnügen im Strandbad Ende der siebziger Jahre. Aufnahme von 1978 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Wo war das sonst schon möglich? Vom Auto direkt ans Wasser. Aufnahme vom 14. Juli 1975


Der an die Jowiese anschließende Sandstrand war vor allem bei den Jüngsten beliebt. Aufnahme von 1978


Ältere nutzten dagegen gern den Zugang über die Treppen am Südufer. Aufnahme von 1978 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Die Wasserflächen des Hohnsensees boten auch im Winter perfekte Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung – sobald das Eis fest genug gefroren war. Aufnahme vom 12. Januar 1980 (Bild anklicken, damit sich die vollständige Ansicht öffnet)


Schlittschuh-Vergnügen auf dem Hohnsensee. Aufnahme vom 25. Januar 1976


Glück im Unglück hatte der Bavenstedter Richard Grewe, der als Mitarbeiter des Gartenamtes mit seinem Allrad-Schlepper die Eisflächen des Hohnsnesees vom Schnee befreien wollte. Das Eis am Südufer war aber wohl noch nicht fest genug, Grewes Schlepper brach beim Räumen ein und versank sofort in den Fluten. Grewe blieb in letzter Sekunde nur die Flucht über das Dach. Bis zu den Knien wurde er noch nass, dann sackte das Fahrzeug endgültig unter ihm weg. Aufnahme vom 23. Januar 1987


Und zum Schluss: Ein aktuelles Luftbild von Hohnsen, -see und -brücke. Aufnahme vom 12. März 2024. Foto: Chris Gossmann

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