Hildesheim - Nach dem Anstieg der Zahl der Corona-Infizierten im Ernst-Kipker-Haus in Himmelsthür herrscht dort eine angespannte Atmosphäre. Doch alle Mitarbeiter, die derzeit zur Verfügung stehen, seien hochmotiviert und einsatzbereit, schildert Sabine Schmitz, Pressesprecherin der AWO, am Freitagmorgen die Situation im Pflegeheim.
Sie war zur morgendlichen Dienstbesprechung in der Telefonkonferenz zugeschaltet. „Ja, es ist personell sehr eng im Moment, aber alle Mitarbeiter, die in der Verwaltung tätig sind, legen jetzt Hand mit an, wenn es um die Versorgung der Bewohner geht“, sagt Schmitz.
Zwei Bewohner im Krankenhaus
Wie berichtet liegen aktuell nach den Tests insgesamt 55 positive Ergebnisse vor: 41 Bewohner im Heim sind an dem Coronavirus erkrankt. 14 Beschäftigte müssen sich zudem in häuslicher Quarantäne aufhalten: „Wir mussten noch einmal alle Dienstpläne umschreiben und jeden verfügbaren Mitarbeiter einplanen.“
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Zwei Bewohner wurden vorsorglich auf ärztlichen Rat hin in ein Krankenhaus gebracht. Bei ihnen sei die Sauerstoffsättigung in den Blutwerten nicht ausreichend. Es liegen aber keine Atembeschwerden vor: „Wir haben es nur aus Vorsorge gemacht.“
Alle Bewohner werden derzeit auf ihren Zimmern versorgt, alle Gemeinschaftsräume sind gesperrt. Die Heimleiterin Alexandra Lindt und ihre Mitarbeiter haben am frühen Morgen die jeweiligen Angehörigen angerufen, um mit ihnen über die aktuelle Situation zu sprechen. „Wir sind da sofort aktiv geworden“, sagt Schmitz.
Schutzmaterial für Mitarbeiter
Aus den anderen AWO-Seniorenheimen konnte weiteres Schutzmaterial für die Mitarbeiter organisiert werden. Beim Landkreis liegt noch eine Bestellung für weitere Gesichtsmasken vor, sagt Schmitz. Aber insgesamt sei das Heim dank des engagierten Einsatzes aller Mitarbeiter in der Lage, diese Situation zu meistern.
Schwierig sei es aber immer wieder, gerade an Demenz erkrankten Menschen die Situation zu erklären. Eine wichtige Unterstützung sei auch, dass die Angehörigen die Möglichkeit nutzen, per Telefon Kontakt aufzunehmen.
Strenger Lockdown
„Wir wissen nicht, wie die Infektion in unser Haus gekommen ist, wir haben alle Regeln von Anfang an eingeführt“, sagt Schmitz. Aber es reiche schon, wenn sich ein Angehöriger beim Einkaufen infizieren würde ohne Symptome festzustellen.
Immerhin: Da alle Bewohner und Mitarbeiter bereits auf Corona getestet seien, könne man davon ausgehen, dass es nun keine weiteren Anstiege der Zahlen geben dürfte. Auch im Haus herrscht jetzt strenger Lockdown.
