Moritzberg

Ab Mitte ’26 wird in der Bergstraße in Hildesheim gebaut – was geplant ist und was die Arbeiten für das Bergfest bedeuten

Hildesheim - Die schmale Straße mit lauter historischen Fachwerkhäuschen links und rechts war schon oft Thema in Debatten um Tempolimits und Verkehrssicherheit – nun plant die Stadt Hildesheim Maßnahmen, um das geltende Tempo 10 hier durchzusetzen.

Sie schlängelt sich Über der Dingworthstraße nach oben: Die Bergstraße ist so schmal, dass Autofahrer hier viel Rücksicht auf Fußgänger und Radfahrer nehmen sollen. Foto: Kathi Flau

Hildesheim - Sie ist überaus schmal, von vielen Fachwerkhäusern gesäumt und gerät seit Jahren immer wieder in den Mittelpunkt der Debatten, wenn es am Moritzberg um Verkehrsführung, Tempolimits, Parkplätze und Schulwege geht: die Bergstraße. Nun planen EVI, SEHi und die Stadt Hildesheim hier Arbeiten, nach deren Abschluss die kleine Straße anders aussehen und funktionieren soll als bislang.

Das Ganze soll nach Informationen dieser Redaktion Mitte 2026 beginnen. Demnach planen EVI und SEHi im Rahmen einer gemeinsamen Baumaßnahme Modernisierungsarbeiten in der Bergstraße. Da zur genauen Planung Gespräche zwischen den beteiligten Unternehmen erst noch stattfinden müssen, liegen detaillierte Informationen zu den Arbeiten und deren Ablauf bislang noch nicht vor. Klar ist aber, dass auch die Stadt Hildesheim sich im Zuge dieser Arbeiten einbringen will: „Die Stadt möchte bei dieser Gelegenheit sogenannte ,Nasen’ dort einbauen lassen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen“, teilt Rathaus-Sprecher Helge Miethe auf Anfrage der Redaktion mit.

An parkenden Autos muss man sich vorbeischlängeln

Heißt: Die Fahrbahnbreite wird von links und rechts wechselseitig eingeschränkt, was in der Regel gemacht wird, um die Geschwindigkeit von Fahrzeugen zu drosseln. Allerdings: In der Bergstraße gilt bereits Tempo 10 – ein Schild auf der linken Seite weist alle darauf hin, die abbiegend aus der Dingworthstraße, dem Bergsteinweg oder der Königstraße kommen. Das Limit einzuhalten, empfiehlt sich nicht nur wegen der extrem schmalen Fußwege, die besonders morgens und mittags von vielen Kindern der Gelben Schule genutzt werden. Sondern auch, weil rechts neben der Fahrbahn Autos parken, an denen man sich vorbeischlängeln muss.

So mag die Idee zusätzlicher Nasen auf den ersten Blick Fragen aufwerfen: Wo sollten die bei all dem Platzmangel noch hin? Und auf welches Tempo sollten sie die Fahrgeschwindigkeit denn noch senken, wenn 10 Kilometer pro Stunde noch nach unten korrigiert werden sollen? Ganz so sei es aber nicht, sagt Erhard Paasch (SPD), Ortsbürgermeister der Stadtteile Moritzberg und Bockfeld: „Das vorgeschriebene Tempo soll hier ja nicht weiter gedrosselt, sondern schlicht eingehalten werden.“ Denn wie Messungen in der Vergangenheit gezeigt hätten, sei das keineswegs der Fall: „Viele fahren hier Tempo 20 oder 30.“

Von elf Stellplätzen wird etwa die Hälfte gestrichen

Zum anderen wird mit der Installierung der Nasen eine Streichung von Parkplätzen einhergehen. „Wir haben jetzt elf Stellplätze bis zur Höhe Zierenbergstraße, davon soll rund die Hälfte gestrichen werden.“ Ob es nun fünf oder sechs werden, müsse man sehen, so Paasch. „Auf jeden Fall sind dann die Nasen natürlich sinnvoll und hätten auch den entsprechenden Platz.“ Das Slalom-Fahren, das sie erzwingen, sei besser als am Straßenrand parkende Autos geeignet, das Tempolimit durchzusetzen. „Allerdings muss man natürlich sehen, dass sich solche Nasen in das historische Ambiente der Bergstraße einfügen“, meint Paasch, da könne man nicht einfach Betonklötze hinsetzen. „Aber dazu werden wir im Ortsrat sicher ein Mitspracherecht haben.“ Die Stadt indes signalisiert: Im Zuge der Neubauten werden keine Straßenbau-Gebühren auf die Anwohner zukommen.

Unterhalb der Bergstraße sind Arbeiten von EVI und SEHi bereits im Gange: In der Nikolaistraße und im Bergsteinweg werden Hauptkanal und Hausanschlüsse in offener Bauweise erneuert, außerdem werden hier Fernwärme verlegt und in Teilabschnitten die vorhandenen Gas-, Wasser- und Stromleitungen saniert. Auch an anderen Stellen im Stadtteil sind die Unternehmen derzeit beschäftigt.

Und was wird nun aus dem Bergfest 2026?

Für die Moritzberger gibt es allerdings noch eine weitere Frage: Was wird aus dem Bergfest 2026, wenn die Bergstraße gesperrt ist? „Wir werden dafür eine Lösung finden“, meint Paasch, der zu diesem Thema noch mit den Organisatoren des Traditionsfestes sprechen will. Eventuell könne man das Ganze im kommenden Jahr rund um den Königsteich verlegen – das wäre zumindest sein Vorschlag.

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