Hildesheim - Ab dem kommenden Montag, 24. Juli, wird es eng in einer der Hauptverkehrsadern der Hildesheimer Innenstadt. Dann werden auf der Straße Zingel zwei von vier Fahrspuren gesperrt, der Verkehr wird einspurig über die Gegenfahrbahn geleitet – und zwar voraussichtlich bis zum 16. August, also dreieinhalb Wochen. Der Grund: Die EVI Energieversorgung Hildesheim schließt das Theater an das Fernwärmenetz an – und dafür müssen die nötigen Leitungen quer über die Zingel verlegt werden. Um die Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten, legt die EVI die Bauarbeiten in die Sommerferien.
Gebuddelt wird in zwei Bauabschnitten. Los geht es auf den beiden Fahrspuren, die stadtauswärts in Richtung Kennedydamm führen. Dort sollen die Bauarbeiten nach gut einer Woche abgeschlossen sein. Der zweite Bauabschnitt, stadteinwärts in Richtung Hindenburgplatz, wird dann laut Mitteilung des Energieversorgers mehr Zeit in Anspruch nehmen – voraussichtlich etwa zwei Wochen. Denn in diesem Rahmen werden die neuen Leitungen an das bestehende Fernwärmenetz angeschlossen. Dafür muss auch die Einmündung zu dem Teil der Theaterstraße gesperrt werden, der als Sackgasse in Richtung Osterstraße führt. Dort sind während der Sperrung zwischen dem 31. Juli und 16. August auch die Parkplätze nicht erreichbar.
600 Kubikmeter Wasserim Leitungsnetz
„Unser Ziel ist, eine klimafreundliche und möglichst autarke Wärmeversorgung hier in Hildesheim zu realisieren“, erklärt Unternehmenssprecherin Katrin Groß in einem kleinen Info-Clip auf Youtube. Das sei nicht ohne Leitungsbau möglich. „Wir beeilen uns, versprochen“, sagt Groß, „denn wir wissen, dass das Ganze mit Beeinträchtigungen verbunden ist.“ Die Vorarbeiten laufen: Auf der Rasenfläche vor dem Theater liegen schon jede Menge Rohre bereit. Wenn die Arbeiten im Bereich Zingel und Theaterstraße Mitte August abgeschlossen sind, geht es in unmittelbarer Nachbarschaft noch in Gartenstraße und Binderstraße weiter, wo ebenfalls Fernwärmeleitungen für die Anlieger verlegt werden. Das Medium, das die Wärme transportiert, ist Wasser – davon befinden sich rund 600 Kubikmeter im Leitungsnetz, das mittlerweile 15 Kilometer lang ist.
Diese öffentlichen Gebäudesind schon angeschlossen:
Die Fernwärmeleitungen führen zum Holzhackschnitzelheizkraftwerk auf einem Gelände der Hildesheimer Stadtwerke, zu denen die EVI als Tochterunternehmen gehört, an der Speicherstraße. Das Heizkraftwerk ist das Herzstück des Systems. Zu den Abnehmern der Fernwärme gehören neben dem Theater, das jetzt angeschlossen wird, schon eine Reihe von großen Gebäuden im Stadtgebiet, darunter der Bahnhof, das Rathaus, mehrere Schulen, das Kreishaus, das Wasserparadies, die Arneken Galerie, einige Hotels und zahlreiche private Haushalte – so ist die Fernwärme im neuen Wohngebiet Ostend bereits die wichtigste Wärmequelle. Die EVI will das Fernwärmenetz in den kommenden Jahren kontinuierlich weiter ausbauen, dazu wird in der Bördestraße auch noch ein weiteres Heizkraftwerk gebaut.
Um Fernwärme geht es in den kommenden Tagen auch mehrfach in der HAZ-Serie „Die Zukunft des Heizens“, das Angebot in den einzelnen Kommunen steht am Freitag online auf hildesheimer-allgemeine.de und am Samstag in der Printausgabe im Mittelpunkt.

