Stellfläche

An dieser Stelle in Hildesheim soll ein neuer Platz für Wohnmobile entstehen – doch bis zum Bau-Beginn dauert es noch

Hildesheim - Die Stadt will für 1,6 Millionen Euro einen neuen Platz für Wohnmobile in Hildesheim bauen. Aber vorher muss noch ein Gremium zustimmen.

Der Wohnmobilstellplatz am Hohnsen ist meistens gut gefüllt. Foto: Wiebke Barth (Archiv)

Hildesheim - Wohnmobilbesitzer sollen in wenigen Jahren die Möglichkeit erhalten, ihre Fahrzeuge auf einen neuen Stellplatz östlich der Alfelder Straße zu steuern. Die Stadt will dort zwischen dem Rewe-Markt und den Tennisplätzen ein rund 6000 Quadratmeter großes Areal mit 30 Stellplätzen, Stromsäulen, Trinkwasserentnahmestellen und weiteren erforderlichen Details ausstatten.

„Er soll nach der Eröffnung von einem externen Betreiber bewirtschaftet werden“, erklärte Jörg Orlovius vom Fachbereich Straßenentwurf und -neubau der Stadt jetzt im Ortsrat Ochtersum. Das Gremium wurde lediglich informiert. Die Ratsausschüsse diskutieren den Vorschlag im Juni. Eine Entscheidung soll der Rat am 26. Juni vor der Sommerpause fällen. Die generellen Weichen dafür hatte er bereits 2020 gestellt.

Mit dem Bau wird wohl erst 2025 begonnen

Gibt er jetzt erneut grünes Licht, wollen sich die Verantwortlichen noch 2023 auf die Suche nach einem Betreiber begeben. Allerdings wird dann noch einige Zeit vergehen, ehe die ersten Fahrzeuge tatsächlich hinter dem Vier Linden in den kleinen Stichweg einbiegen können: Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass erst 2025 mit dem Bau begonnen werden kann. Die Bauzeit beziffert sie auf rund neun Monate. Die erforderliche Grundstücke seien bereits gekauft. Die Anlieger zudem informiert.

Während der Bauphase sollen die Arbeiter eine asphaltierte Ringstraße auf dem Areal anlegen. Von ihr sollen 30 befestigte Stellplätze abzweigen, die größten mit einer Tiefe von zwölf Metern. Die Gesamtkosten schätzt die Verwaltung auf rund 1,6 Millionen Euro, fast 1 Million davon, um die Verkehrswege herzustellen. Die Entsorgung des zum Teil belasteten Bodens könnte mit 250 .000 Euro zu Buche schlagen. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Anlage insgesamt positive Auswirkungen auf die Wirtschaft, den Einzelhandel und die Gastronomie haben wird und hier für einen Umsatz von einer Viertelmillion Euro pro Jahr sorgen könnte.

30 Stellplätze – sechs von ihnen für größere Wohnmobile

Von den insgesamt 30 Stellplätzen sollen 24 für Fahrzeuge bis acht Meter Länge errichtet werden. Sechs Plätze könnten sogar Raum für noch größere Wohnmobile bieten. Sie alle sollen auf Stromentnahmesäulen sowie Trinkwasserstellen zugreifen können. Sanitäranlagen sind nicht vorgesehen. Sie zu bauen, hätte laut Planer Orlovius noch einmal erhebliche Mehrkosten nach sich gezogen. Sie seien auch erst für Anlagen ab 80 Stellplätzen empfohlen. Stattdessen soll eine so genannte Fäkalienstation eingerichtet werden, in der entsprechende Behälter geleert werden können. Zudem sind eine Abfallsammelstelle, ein Tourist-Infopoint und eine Beleuchtung geplant.

Die Pläne seien auch dem Behinderten- und Inklusionsbeirat der Stadt Hildesheim vorgestellt worden. Ein bis zwei Wohnmobilstellboxen sollen barrierefrei nutzbar sein.

Ausgleichsmaßnahme kostet rund 100.000 Euro

Wenn die Detailplanungen nach einem positiven Ratsbeschluss losgehen, wird es auch um ein Schallgutachten sowie die technische Ausstattung insgesamt gehen. Die Stadt würde in dem Fall auch Ausgleichsmaßnahmen in Angriff nehmen müssen – sie muss für den Eingriff in die Natur an anderer Stelle Büsche und Bäume pflanzen. Rund 100. 000 Euro für Eingrünung beziehungsweise Ausgleichsmaßnahmen haben die Planer derzeit kalkuliert.

Für das Jahr 2024 hat die Stadt bereits 430.000 Euro als Investitionsmaßnahme geplant. Alle weitere Investitionen muss der Rat zu einem späteren Zeitpunkt beschließen.

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