Hildesheim - Vor zehn Tagen hat die Stadt das Verkehrsleitsystem in Betrieb genommen. Es soll Autofahrer schon am Rand von Hildesheim auf Staus in Kaiser- und Schuhstraße aufmerksam machen und mit Umleitungsempfehlungen auf Infotafeln um das Zentrum herumführen. Die Stadt hatte allerdings ausdrücklich um Geduld gebeten – das System müsse sich erst einspielen. Das gilt noch immer: Weil auf den Info-Tafeln nachts Hinweise auf Staus auftauchten, die es gar nicht gibt, bleiben die Displays bis auf Weiteres von 20 Uhr bis 6 Uhr dunkel.
Dass das System trotz einer dreimonatigen Testphase nicht gleich rund läuft, hatte sich bereits in den ersten Tagen gezeigt. So meldeten Infotafeln zum Beispiel morgens zu Stoßzeiten Staus in der Kaiserstraße, obwohl der Verkehr dort durchaus vorankam, wie etliche Autofahrer feststellten. Dafür aber fehlten Hinweise, wenn in der Kaiserstraße tatsächlich nichts mehr ging. Das erste Phänomen erklärten die Mitarbeiter der Firma Swarco – sie hat die zwei Millionen Euro teure Anlage installiert – damit, dass diese schon Probleme zu erkennen meinte, wenn die kritischen Werte in Sachen Verkehrsmenge, Geschwindigkeit oder Umweltbelastungen noch gar nicht erreicht waren. Dass die Tafeln wiederum keine Staus meldeten, die tatsächlich existierten, habe daran gelegen, dass die entsprechende Meldung nicht auf den Displays ankam.
Firma spricht von „höchster Qualität und Zuverlässigkeit“
Inzwischen ist die Firma „zuversichtlich, dass das System in höchster Qualität und Zuverlässigkeit arbeitet und den gewünschten Effekt erzielt“ – so hat sie es der Stadt dieser Tage geschrieben. Man befinde sich aber weiter in der Beobachtungsphase, in der es noch zu diversen Anpassungen kommen könne. Eine wesentliche ist bereits vollzogen worden: Zwischen 20 und 6 Uhr bleiben die Infotafeln aus.
Auf ihnen tauchten in diesem Zeitraum immer wieder Hinweise auf nicht vorhandene Staus auf. Doch warum, wo doch gerade nachts kaum Autos unterwegs sind? Vielleicht, weil die Anlage die Geschwindigkeit von Radfahrern und Fußgängern zugrunde gelegt hat – und die bräuchten nun mal länger von einem Messpunkt zum anderen als Autos, heißt es bei der Stadt. Weil diese weitere Irritationen vermeiden will, lässt sie die Tafeln nun erst zum Berufsverkehr wieder einschalten.
Grundsätzlich teile man die Zuversicht der Swarco, sagt Rathaussprecher Helge Miethe. „Aber wir können natürlich nicht versprechen, dass nicht doch noch irgendwas nachgebessert werden muss.“
