Hildesheim/Gronau - Noch bis vor 20 Jahren pendelte die Kalibahn zwischen Marienburg und den Schachtanlagen Mathildenhall und Hildesia sowie zum Bosch/Blaupunkt-Werk im Hildesheimer Wald. Auf der heutigen Radnadel-Tour geht es entlang dieser ehemaligen Bahnstrecke der Kalibahn von Marienburg nach Gronau.
Die 18 Kilometer lange Strecke verläuft weitgehend über asphaltierte Wege und verkehrsarme Straßen. Zwischen Diekholzen und Barfelde gibt es eine längere Schotterabfahrt durch den Wald. Hier warnt der ADFC wegen erhöhter Sturzgefahr vor überhöhter Geschwindigkeit. Für Rennräder ist die Strecke daher nicht geeignet. Ansonsten sind alle Fahrradtypen und auch Fahrradanhänger nutzbar.
Früher Eis, heute Torten
Start der Tour ist die Domäne Marienburg am Hildesheimer Ring. In der spätmittelalterlichen Wasserburg unweit der Innerste wurde von 1949 bis 1991 das bekannte MUKU-Eis produziert. Seit 20 Jahren beherbergt die Marienburg allerdings das Lehr- und Forschungszentrum „Kulturcampus Domäne Marienburg“ der Universität Hildesheim sowie das Hofcafé von Konditor Helge Peinziger. Stärkungen für die ein- bis zweistündige Radtour gibt es hier täglich von 11 bis 18 Uhr. Nur montags bleibt das Hofafé geschlossen.
Von der Domäne Marienburg geht es zwischen Söhre und Barienrode hindurch nach Diekholzen. Hier empfiehlt der ADFC einen Zwischenstopp beim Café Engelke in der Alfelder Straße. Geöffnet hat der Traditionsbetrieb unter der Woche von 6 bis 17 Uhr. Am Wochenende schließt das Café bereits um 13 Uhr und sonntags startet der Verkauf erst ab 7 Uhr.
Schiefer Turm bringt Stempel
Von Diekholzen aus geht es weiter quer durch den Hildesheimer Wald nach Barfelde. Hier erinnert das Torhaus Mathildenhall an den früheren Kaliabbau. Der Rest der Tagesanlagen wurde vollständig abgerissen und der Schacht, den die deutsche Wehrmacht zwischenzeitig als Heeresmunitionsanstalt nutzte, verfüllt.
Von Barfelde geht es weiter nach Gronau, dem Ziel der Route. Hier befindet sich auch der digitale Stempelpunkt für die Radnadel-App. Genauer gesagt am Schiefen Turm und Zeitufer. Der ehemalige Wachturm am Ende der Burgstraße wurde früher auch als Gefängnis genutzt und steht heute einen halben Meter aus dem Lot.
Einblicke in die Vergangenheit
Rund 450 Meter weiter können in der Junkernstraße im Museum Gronau diverse historische Objekte aus Haushaltsauflösungen und Grabungen sowie die Dauerausstellung über die Gronauer Fotografenfamilie Breiner besichtigt werden. Die Ausstellung umfasst neben historischen Aufnahmen aus dem 19. Jahrhundert auch Equipment. Das Museum öffnet immer dienstags von 9 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr sowie freitags von 10 bis 12 Uhr seine Tore.
Der Rückweg kann über dieselbe Strecke nach Marienburg erfolgen. Nicht weit von Gronau besteht zudem die Option, in Banteln in den Zug zu steigen. Wer nach einer Stärkung im Eiscafé Da Ros (montags geschlossen) oder im Restaurant Eichsfelder Hof (mittwochs und donnerstags Ruhetag) noch Lust auf eine längere Tour hat, kann von Gronau aus über den ausgeschilderten Leine-Heide-Radweg nach Elze und von dort entlang der Freizeit-Familien-Tour der Radnadel über Burgstemmen nach Nordstemmen fahren und von dort den Schildern nach Hildesheim folgen.
Folge 1 der HAZ-Serie: Die Landschaftsroute durch den Norden
Folge 2: Die Innenstadtour vorbei an historischen Gebäuden
Folge 4: Die Freizeit-Familien-Tour
