Sparkasse schließt Filiale

Aus für die Sparkassenfiliale in Itzum – wie geht es nun weiter?

Hildesheim - Vor Kurzem wurde die Geschäftsstelle Moritzberg geschlossen, zum Jahresende ist nun Itzum an der Reihe. Wie die Bank gleichzeitig die angekündigte Baupause am Marienburger Platz überbrücken will.

Sparkasse Itzum: Sie wird zum Jahresende geschlossen. Foto: Julia Moras

Hildesheim - Die Sparkassenfiliale in Itzum wird zum Jahresende geschlossen. Dann wird man dort im Stadtteil an der Ecke Hansering und Schratwanne keine Beratungstermine mehr wahrnehmen können, kein Schließfach unterhalten oder einfach nur Geld abholen. Letzteres ist dann aber rund 300 Meter weiter möglich: an der Kasse des Rewe-Marktes während der Öffnungszeiten.

Und genau das ist einer der Gründe, weswegen die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine ihr Filialnetz ausdünnt. Vor Kurzem wurde die Geschäftsstelle im Bergsteinweg im Stadtteil Moritzberg geschlossen, nun ist Itzum an der Reihe. Um darüber zu sprechen, hat der Ortsrat Itzum-Marienburg nun am Dienstagabend Ingmar Müller als Vertreter der Sparkasse zu seiner Sitzung eingeladen. Von ihm erfahren die Anwesenden die Gründe für die Schließung aus erster Hand.

Geld kommt vom Supermarkt

„Wir sind sehr irritiert, dass die Filiale jetzt geschlossen wird, wenn doch bekannt ist, dass für die Baumaßnahmen am Marienburger Platz ebenfalls eine Filiale geschlossen wird,“ eröffnet Ortsbürgermeisterin Beate König die Fragerunde. „Dass die Filiale überhaupt geschlossen wird, schmerzt mich als Mitarbeiter selbst“, räumt Müller ein, aber aus betriebswirtschaftlicher Sicht habe sich die Lage für das Geldinstitut in den vergangenen Jahren stark verändert.

Zum einen würden sich die Kunden aller Banken immer häufiger ihr benötigtes Bargeld direkt beim Einkaufen an der Supermarktkasse auszahlen lassen, zum anderen sei der Beratungsbedarf in einer Filiale häufig nicht so hoch, dass man dort Personal vorhalten müsse: „Das Kundenverhalten hat sich rapide verändert.“ Die Corona-Pandemie habe den Anstieg den Zugriff auf die Online-Angebote der Bank zudem noch beschleunigt, erläutert Müller.

Automaten sollen bleiben

Und er korrigiert die Nachricht von der Schließung noch in einem Bereich: „Wir sprechen hier davon, dass die Filiale gewandelt wird.“ Mit anderen Worten, es wird noch einen Servicepunkt geben, an dem man per Automaten Überweisungen tätigen und Geld abheben kann.

Ab Mitte September werden die Ansprechpartner der Itzumer Filiale in die Geschäftsstelle auf der Marienburger Höhe umziehen. Dort könnten dann weiterhin Termine vereinbart werden. Bei den Überlegungen zu einer Filialschließung sei in der Regel die Kundenfrequenz ausschlaggebend, erläutert Müller. Also die Frage, wie oft ein Kunde überhaupt noch ein Beratungsgespräch pro Jahr benötige. Und dafür könne man auch einen weiteren Weg zurücklegen.

Kunden bleiben aus

Aus Sicht der Bank sei das ein betriebswirtschaftliches Problem, das am Ende auch die Kunden betrifft. Wenn eine Filiale keinen Ertrag mehr bringt, sondern nur noch Kosten verursacht, müssten dafür auch die Verluste wieder erwirtschaftet werden – auch beim Kunden.

Müller betont aber ausdrücklich, dass die Sparkasse selbst als Anbieter in der Region ihr Profil stärken wolle, auch in der Unterstützung des Mittelstandes, der gerade im Bereich Hildesheim eine große wirtschaftliche Rolle spiele.

Containerdorf für die Höhe

Auf Nachfrage von Ortsratsmitgliedern teilt Müller mit, dass derzeit überlegt werde, wie man die Kapazität der Schließfächer am Marienburger Platz erhöhen könne. Wenn dort gebaut wird, rechne er im Nahbereich der Universität mit einem „Containerdorf“, in das auch die Sparkasse ziehen werde – mitsamt des Beratungspersonals. Und bei komplexen Beratungsgesprächen mit hochbetagte oder körperlich gehandicapten Kunden seien auch Hausbesuche möglich: „Wir sind technisch dafür ausgestattet, bei Bedarf auch online weitere Berater dazuzuschalten.“

Was allerdings mit der dann leeren Filiale in Itzum wird, dazu könne er noch keine Auskunft geben. Das werde inklusive der Instandhaltungsarbeiten nach und nach abgearbeitet. Itzum sei ja schließlich kein Einzelfall.

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