Wasserstraßenausbau

Ausbau des Hildesheimer Stichkanals: Planungen gehen in wichtige Phase

Harsum - Die Planungen für den Ausbau des Hildesheimer Stichkanals gehen in eine wichtige Phase. Bei einem Erörterungstermin Ende des Monats geht es um die verschiedenen eingegangen Stellungnahmen zu dem Mega-Projekt.

Relativ viel Wald befindet sich an den Ufern des Stichkanals bei Harsum. Ein Teil davon soll im Zuge des Ausbaus des Stichkanals weichen. Dagegen gibt es Protest in Harsum. Foto: Clemens Heidrich

Harsum - Die Planungen für den Ausbau des Hildesheimer Stichkanals gehen in eine wichtige Phase. Derzeit läuft bei der Planfeststellungsbehörde der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Hannover ein Planfeststellungsverfahren für das Großprojekt. Und dieses geht so langsam in die Zielgerade. Ende April hat die Behörde zwei Erörterungstermine angesetzt. Daran können alle Behörden, Verbände und Privatleute teilnehmen, die im Rahmen des Verfahrens Stellungnahmen abgegeben haben. Diese Eingaben werden dann erläutert und besprochen.

Die Termine sind für den 28. und 29. April im Roemer- und Pelizaeus-Museum angesetzt. Die Veranstaltungen sind allerdings nichtöffentlich. So ist es im Gesetz vorgesehen. Teilnehmen dürfen nur die Beteiligten. Mit dabei sein wird dann auch ein Vertreter aus dem Harsumer Rathaus, wie Bürgermeister Marcel Litfin ankündigt. Die Gemeinde gehört zu den Institutionen, die sich am Verfahren beteiligt haben.

Verschwindet wichtiges Naherholungsgebiet in Harsum?

Denn viele Harsumerinnen und Harsumer fürchten, dass durch den Ausbau des Kanals ein wichtiges Naherholungsgebiet verschwindet oder zumindest deutlich kleiner wird. Denn die Pläne sehen vor, dass 23 Hektar mit Bäumen und Sträuchern abgeholzt werden müssen. „Das ist unsere grüne Lunge“, betont Litfin. Viele Jogger und Radfahrer etwa nutzten die Wege am Kanal. Auch die Flora und Fauna in dem Gebiet drohe, zerstört zu werden.

In der Gemeinde hat sich daher bereits vor Jahren ein Arbeitskreis gegründet, der die Ausbauplanungen kritisch begleitet. Die Vorstellungen der Ehrenamtlichen sind in das offizielle Statement der Gemeinde eingeflossen, wie Litfin erläutert. Der Vorschlag aus Harsum: Durch den Einbau von Spundwänden könnte der bisherige Böschungsbereich erhalten werden.

So geht das Verfahren weiter

Ob diese und weitere Vorschläge in die Planung einfließen, wird sich erst nach den Erörterungsterminen zeigen. Dann wird die Behörde nämlich die unterschiedlichen Einwände abwägen, wie es im Behördendeutsch heißt. Also eine Entscheidung fällen, ob ein Änderungsvorschlag in die Planungen aufgenommen wird oder nicht.

Am Ende des Verfahrens steht dann ein Planfeststellungsbeschluss. Wie lange es bis dahin noch dauern wird, ist unklar. „Die Dauer der Gesamtabwägung ist nicht im Vorhinein abzuschätzen“, sagt Claudia Thoma, Sprecherin der Generaldirektion. Und auch bei der Frage, wie viel Zeit ins Land gehen wird, bis dann tatsächlich die Bauarbeiten am Stichkanal beginnen, will Thoma sich nicht festlegen. „Der konkrete Baubeginn hängt von den Verfahrensschritten und der Auftragsvergabe ab“, sagt sie dazu nur.

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