Schellerten - Bei einem Unfall auf der Bundesstraße 1 bei Schellerten sind in der Nacht zu Samstag laut Polizei zwei 18-Jährige tödlich verletzt worden. Zwei weitere junge Männer wurden schwer verletzt. Ihr Auto war gegen einen Baum geprallt.
Laut Polizei waren die vier jungen Männer, alle im Alter zwischen 17 und 19 Jahren und aus dem Hildesheimer Stadtgebiet, in ihrem Skoda Octavia um kurz nach Mitternacht auf der B 1 unterwegs in Richtung Schellerten, als der 18-jährige Fahrer hinter Garbolzum in einer langgezogenen Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn abkam und auf den Grünstreifen geriet. „Auf der dortigen Strecke stehen neben der Fahrbahn Bäume sehr dicht beieinander, der Fahrer hätte nur auf wenigen Metern Zeit gehabt, zu reagieren“, sagte Marco Heptner von der Polizei Bad Salzdetfurth gegenüber der Redaktion. Doch der 18-Jährige schaffte es nicht mehr, gegenzusteuern. Der Skoda Octavia prallte frontal gegen einen Baum.
Massenanfall von Verletzten ausgerufen
Nach der Alarmierung rückten neben der Polizei umgehend auch mehrere Feuerwehren und Rettungsdienste zur Unfallstelle aus, dabei wurde ein sogenannter Massenanfall von Verletzten (MANV) ausgerufen, der besondere Maßnahmen zur Versorgung der Verletzten ermöglichte. Unter anderem waren deshalb auch ein leitender Notarzt sowie der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes im Einsatz, wie Sebastian Degener von der Hildesheimer Berufsfeuerwehr bestätigt.
Die Einsatzleitung bei den Feuerwehren lag in den Händen von Peter Notka, dem Gemeindebrandmeister aus Schellerten. Seit mehr als 20 Jahren ist der Mann Chef der Schellerter Wehren. Auch wenn er Retter im Ehrenamt ist, Notka ist Profi durch und durch. Unfälle wie dieser gehen ihm aber dennoch noch immer nah.
Fahrer und Beifahrer erliegen Verletzungen
Mit rund 50 Einsatzkräften waren die Schellerter Wehren in der Nacht vor Ort. Sie mussten zunächst alle vier Männer aus dem Auto befreien. Und damit war es längst nicht getan. „Wir brauchten vier Rettungswagen, das dauert seine Zeit bis die vor Ort sind“, sagt Notka am Samstag im Gespräch mit der HAZ. Einige Kameraden und Kameradinnen hätten entsprechend Hilfe bei der medizinischen Versorgung geleistet. „Wir haben Leute im Team, die beruflich als Notfallsanitäter arbeiten“, sagt der Gemeindebrandmeister. Auch in dieser Nacht hätten sie wertvolle Hilfe geleistet, bis die angeforderten Rettungswagen da waren.
Der 18-jährige Fahrer und der 18-jährige Beifahrer kamen nach der Erstversorgung mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus. „Der 18-Jährige ist kurz darauf verstorben“, berichtete Marco Heptner am Samstagmorgen. Am frühen Samstagabend meldete die Polizei dann, dass auch der 18-jährige Beifahrer seinen Verletzungen erlegen ist. Der 17-Jährige und der 19-Jährige, die auf der Rückbank saßen, waren an der Unfallstelle noch für die Retter ansprechbar, sie wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.
Den bisherigen Ermittlungen zufolge war kein weiteres Fahrzeug in den Unfall involviert, zur Unfallursache konnte Polizeisprecher Heptner bislang keine Angaben machen. Die Bundesstraße 1 war bis 6.30 Uhr voll gesperrt.
von Manuel Lauterborn und Ulrike Kohrs
