Bockenem - Nach der Geldautomaten-Sprengung in Bockenem sucht die Polizei nach vier Tatverdächtigen. Sie sind auf Handy-Videos zu sehen, die Anwohner gemacht haben, wie Polizeisprecher Marvin Klaß am Mittwochmorgen auf HAZ-Anfrage mitteilte. In der Nacht zu Montag sollen die Verdächtigen zwei Geldautomaten in der örtlichen Volksbank gesprengt haben. Auf den Video-Aufnahmen sind auch zwei Detonationen in kurzem Abstand zu hören.
Die Polizei hofft nun, dass es noch weitere Filmaufnahmen vom Tatort gibt, die helfen könnten, die Tat weiter zu rekonstruieren. Wer solche Aufnahmen gemacht hat, sollte sich daher an die Polizeiinspektion Hildesheim wenden, Telefon 05121 / 939-115.
Mit dunklem Mercedes geflüchtet
Bereits am Montag hatte die Polizei mitgeteilt, dass die Täter laut Zeugenaussagen nach der Tat mit einem dunklen Mercedes über die Straße Nordwall in Richtung Bundesstraße 243 geflüchtet waren. Fest steht inzwischen, dass sich Geld in den Automaten befand und die Täter Beute machten. Wie viel Geld genau gestohlen wurde, wissen die Ermittler hingegen noch nicht. Auch wie hoch der Schaden durch die Sprengungen ist, konnte Sprecher Klaß noch nicht sagen.
Auch von der betroffenen Volksbank eG Seesen ist dazu nicht mehr zu hören. „Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen können wir zum Tathergang und zur Schadenshöhe keine Aussagen treffen“, erklärt Vorstandsmitglied Andreas Wobst.
Nach Recherchen der WirtschaftsWoche schätzt ein Sicherheitsexperte der Sparkassen die grundsätzliche Bargeld-Menge in den Automaten auf einen Beitrag zwischen 50 000 und 100 000 Euro. Es käme darauf an, wie hoch die Stückelung der Banknoten in den Automaten sei. Gebe es Geldkassetten mit 200-Euro-Scheinen, sei die Beute dementsprechend höher.
Zu den Sicherheitsstandards in der Bockenemer Filiale erklärt Vorstandssprecher Wobst lediglich, die Sicherheit entspreche den gesetzlichen Anforderungen. „Allerdings nehmen wir den Vorfall zum Anlass und werden zusätzliche Vorkehrungen treffen, um möglichen Personenschäden präventiv entgegenzuwirken“, so Wobst. Weitere Details nennt er dazu nicht. Er kündigt aber an, dass die Geldautomaten geleert und abgeschaltet würden, und in der Zeit von 22 bis 6 Uhr nicht mehr zur Verfügung stehen würden. Der SB-Bereich dieser Filialen werde ebenfalls in dieser Zeit geschlossen.
Ähnlich war auch die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine verfahren, nachdem in ihrer Filiale in Harsum der Geldautomat gesprengt worden war. Es hatte nach dem Vorfall ebenfalls einige Einschränkungen an den Automaten gegeben. Inzwischen läuft fast überall wieder der Regelbetrieb.
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Die Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeidirektion Göttingen beginnen am Dienstag damit, die am Vortag gesammelten Spuren auszuwerten, teilt Sprecher Klaß mit: „Das wird mit Sicherheit noch einige Zeit in Anspruch nehmen.“
Von Sebastian Knoppik und Ulrike Kohrs
