Verkehr

B1 im Kreis Hildesheim von Mittwoch an wieder frei – aber schon bald kommt die nächste Groß-Sperrung

Kreis Hildesheim - Die Bundesstraße 1 zwischen Groß Escherde und Emmerke wird am Mittwoch wieder freigegeben. Doch schon bald droht die nächste Sperrung. Mit einer Umleitung mitten durch Nordstemmen.

Noch ist die Strecke in Richtung Elze gesperrt. Doch noch am Mittwoch soll sie wieder freigegeben werden. Foto: Werner Kaiser

Kreis Hildesheim - Die gute Nachricht vorweg: Die Sperrung der Bundesstraße 1 in Richtung Elze wird noch am Mittwoch freigegeben. Etwa ab 16 Uhr sollen Autofahrerinnen und Autofahrer dort wieder freie Fahrt haben, wie Martin Klose, Sprecher der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mitteilte. Dabei sind die Sanierungsarbeiten schneller erledigt als geplant. Ursprünglich sollten sie noch bis Ende der Woche andauern.

Doch von kommendem Montag, 2. Juni, an folgt bereits die nächste Sperrung. Wieder ist der gleiche Abschnitt zwischen Groß Escherde und Sorsum betroffen, allerdings diesmal in Richtung Hildesheim. Die drei B1-Auf- und -Abfahrten der südlichen Fahrbahnseite in Groß Escherde, Emmerke und Sorsum werden nicht befahrbar sein. Das gilt ausdrücklich auch für die Auffahrt aus Sorsum auf die B1 in Richtung Hildesheim.

44 statt 21 Minuten

Und die Sperrung führt abermals zu einer sehr weiträumigen Umleitung. Die offizielle Strecke geht von Burgstemmen über Gronau, Eitzum und Möllensen über den Roten Berg nach Diekholzen und von dort diesmal bis nach Ochtersum und dann über die B 243 zurück zur Bundesstraße 1. Diese Umleitung führt laut Routenplaner Google Maps dazu, dass die Strecke beispielsweise von Elze ins Hildesheimer Zentrum während der Sperrung nicht 21 Minuten, sondern 44 dauert. Aus eigentlich 17 Kilometern werden gut 35.

Wegen dieses langen Umwegs hatten während des vorherigen Bauabschnitts viele Autofahrende eine andere Strecke gewählt, die eigentlich nur für den Schwerlastverkehr gedacht war. Sie führt auch diesmal von der B1 über die B3 zur Abfahrt am Schloss Marienburg und über Nordstemmen. Allerdings gibt es dort eine wesentliche Änderung. Weil nämlich die Umgehungsstraße an der Zuckerfabrik ebenfalls vom 2. Juni an wegen Sanierungsarbeiten gesperrt wird, sollen Lastwagen in dieser Zeit mitten durch Nordstemmen fahren.

„Ich bin sehr verärgert“

Die Umleitung geht dort über die Hauptstraße nach Rössing, weiter über Giesen und in Hasede auf die Bundesstraße 6, bis es in Hildesheim wieder auf die B1 geht. Weil viele Autofahrende bei der aktuellen Sperrung die Umleitung über die B6 gewählt hatten, kam es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Staus und Behinderungen vor allem in Hasede. Das dürfte auch diesmal passieren. Zusätzlich könnte die Nordstemmer Hauptstraße ein Nadelöhr werden. Der Bauabschnitt der B1-Sperrung wird voraussichtlich bis zum 13. Juni dauern. Die Sperrung der Umgehungsstraße An der Zuckerfabrik (zwischen der Auffahrt Calenberger Straße und der Auffahrt „Rübenanlieferung“) wird sich hingegen noch deutlich länger hinziehen, nämlich bis zum 11. Juli. Die Umleitung über Nordstemmen führt von Elze nach Hildesheim laut Google Maps zu einer Fahrtdauer von 37 Minuten und einer Länge von 28 Kilometern.

Dass beide Sanierungen und damit Sperrungen parallel laufen, stößt in Nordstemmen naturgemäß auf wenig Verständnis. „Ich bin sehr verärgert darüber, dass diese zwei Maßnahmen gleichzeitig durchgeführt werden und dem Schwerlastverkehr auch noch empfohlen wird, durch Nordstemmen zu fahren“, sagt Ortsbürgermeisterin Cornelia Ott (SPD). Soweit sie informiert sei, habe die Sperrung der Straße An der Zuckerfabrik schon festgestanden, als die Landesbehörde die Maßnahme an der B1 bekanntgegeben hat, so Ott: „Für so eine Planung seitens der Straßenbaubehörde fehlt mir das Verständnis, das hätte man im Sinne der jetzt betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnerinnen zeitlich entzerren müssen.“

Behörden rechtfertigen parallele Sperrungen

Martin Klose von der Landesbehörde entgegnet, alle Beteiligten hätten sich eng abgestimmt und beide Maßnahmen koordiniert. Es sei entschieden worden, dass sich beide Maßnahmen parallel gut durchführen ließen.

Zuständig für die Genehmigung der Sperrungen und für die empfohlenen Umleitungen ist der Landkreis Hildesheim als Verkehrsbehörde. Dessen Sprecherin Birgit Wilken sagt, ihre Behörde könne auf den Beginn von Sanierungsmaßnahmen nur bedingt Einfluss nehmen. „Die Sanierung der B1 ist langfristig geplant. Aufgrund der anstehenden Rübenkampagne müssen die Arbeiten ‚An der Zuckerfabrik‘ spätestens bis zum 31. Juli 2025 abgeschlossen sein.“ Ein Vorziehen dieser Maßnahme sei „aus planungstechnischen Gründen“ nicht möglich gewesen. Die Gemeinde Nordstemmen reagierte bis Redaktionsschluss auf eine Anfrage der Redaktion nicht.

Behördensprecher Klose appelliert an die Autofahrenden, sich an die empfohlene Umleitung über den Roten Berg zu halten. Wenn sich alle daran hielten, seien die parallelen Sperrungen unproblematisch. „Wenn sich nicht alle daran halten, dann kann das auch zu Komplikationen führen.“

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