Hildesheim - Legt die Deutsche Bahn der Stadt bei dem geplanten Bahnübergang für das Ostend etwa bewusst Steine in den Weg? Rita Weber, die Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, mag das jedenfalls nicht ganz ausschließen – sie habe zumindest das Gefühl, die Bahn setze auf „Verzögerungstaktik“, sagt die SPD-Politikerin. Doch die Verwaltung sollte sich nicht davon entmutigen lassen und an dem Thema dran bleiben. „Der Übergang ist wichtig. Wir wollen kurze Wege für Fußgänger und Radfahrer, damit Menschen das Auto stehen lassen.“
Die Stadt will mit dem Übergang, der in der Verlängerung der Goethestraße entstehen soll, das Ostend an die Innenstadt anbinden. Bislang kann die Verwaltung allerdings mit ihren Vorstellungen bei der DB nicht landen: Diese muss den Übergang beim Eisenbahnbundesamt beantragen. Die Behörde hatte den ersten Antrag der DB erst gar nicht angenommen. Das Unternehmen wiederum schickte der Stadt die Unterlagen für einen neuen Antrag in den vergangenen Monaten gleich mehrfach mit der Aufforderung zurück, diese nachzubessern. Noch in diesem Jahr sollen die überarbeiteten Papiere laut Stadt erneut an die DB gehen.
„Die Bahn hat kein Interesse an zusätzlichen Übergängen“
Die habe bekannterweise kein Interesse an zusätzlichen Übergängen, sagt Weber: „Das ist Fakt.“ Auch sie halte es für wichtig, die Sicherheit der Passage zu gewährleisten. Doch irgendwie stimmt das Verhalten der DB die Politikerin skeptisch. Umso wichtiger sei es, dass die Stadt alle Vorgaben abarbeite, damit der neue Antrag das Eisenbahnbundesamt zufriedenstelle.
Dass der Übergang so lange auf sich warten lasse, findet Weber unglücklich: „Wir hatten gehofft, dass er mit Bezug des Ostends fertig ist.“ Inzwischen leben in dem Baugebiet nach Angaben der Stadt mehr als 500 Menschen, zudem haben sich Geschäfte, Cafés, Ärzte und Betriebe angesiedelt. „Es ist ärgerlich, dass es für sie noch keinen Übergang gibt“, sagt Weber. Zumal es selbst nach der erhofften Genehmigung noch dauern werde, bis das Projekt auch umgesetzt sei.

