Corona in Sarstedt

Besuchersperre nach Corona-Fall im Seniorenzentrum Sonnenkamp

Sarstedt - Die Leitung trifft verschärfte Maßnahmen, nachdem am Mittwoch ein Bewohner positiv getestet wurde. Der Patient liegt jetzt in einem Hildesheimer Krankenhaus.

Besucher müssen draußen, die Bewohner drinnen bleiben – diese Regel gilt bis auf Weiteres. Foto: Jo-Hannes Rische

Sarstedt - Nachdem am Mittwoch ein Bewohner des Sarstedter Senioren- und Pflegezentrums auf dem Sonnenkamp positiv auf das Coronavirus getestet wurde, hat Einrichtungsleiterin Susanne Palermo das Gebäude für Besucher geschlossen. Der Ausbruch in dem Seniorenzentrum ist nur einer von mehreren im Kreis Hildesheim. Im Ernst-Kipker-Haus in Hildesheim gibt es 55 Infizierte. Und auch in einem weiteren Sarstedter Heim ist ein Fall aufgetreten.

Die infizierte Person aus dem Heim am Sonnenkamp – das Geschlecht ist nicht bekannt – hält sich allerdings nicht, wie zuerst berichtet, in dem Altenheim auf, sondern liegt inzwischen in einem Hildesheimer Krankenhaus. Vorsorglich befinden sich alle Senioren in Quarantäne, auch vier Pflegekräfte bleiben aus Sicherheitsgründen zu Hause.

Mit allgemeinen Beschwerden im Krankenhaus

„Die Person wurde mit allgemeinen Beschwerden in ein Krankenhaus gebracht“, sagt Palermo. Dort habe ein Test bestätigt, dass diese sich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Das teilte der Landkreis am Mittwoch mit, am Donnerstag gab es weitere Tests in dem Seniorenzentrum. Mehrere Bewohner des Hauses, die Kontakt hatten, sowie die Pflegekräfte wurden untersucht. Die Ergebnisse dazu werden in Kürze erwartet.

Für die Leiterin ist der Fall mit einem hohen Organisationsaufwand verbunden, allerdings nicht mit Chaos. „Natürlich muss man einen Plan für solche Fälle haben“, sagt Palermo. „Wir konnten sehr zeitnah alles umstellen.“ Besonders wichtig sei es, ruhig mit der Situation umzugehen, so dass der Schaden in einem geringen Ausmaß bleibt.

Bewohner isoliert

So wurden zunächst einmal alle Bewohner des Seniorenzentrums in ihren Zimmern isoliert und unter Quarantäne gestellt. „Natürlich werden sie weiter voll versorgt“, sagt Palermo. Das Ansteckungsrisiko soll jedoch für beide Seiten, für die Bewohner und die Pfleger, so gering wie möglich gehalten werden. Dieser Zustand wird anhalten, bis die Testergebnisse da sind: „Solange keiner genau weiß, wer infiziert ist, ist das sehr wichtig“, bekräftigt die Einrichtungsleiterin die Entscheidung. Um das Personal zu schützen, tragen die Pflegekräfte nun durchgehend Schutzkleidung. Die ohnehin geltenden Hygienebestimmungen wurden noch einmal verschärft.

Neu ist, dass nun auch keine Besucher mehr das Gebäude betreten dürfen. Ein entsprechender Aushang am Haupteingang informiert darüber. Bislang durften Angehörige in Gruppen von höchstens zwei Personen zu festen Zeiten in die Anlage kommen, nach vorheriger Anmeldung. Dieses Angebot kann nun nicht mehr gehalten werden.

Belastung für Bewohner

Dass niemand rein oder raus darf, stieß nicht nur auf Zustimmung. „Einige Angehörigen waren gar nicht einsichtig“, sagt Leiterin Palermo. Sie bestanden darauf, dass die Bewohner zu Arzt-Terminen gebracht werden müssen – trotz der aktuellen Lage „Wir mussten wirklich vehement versuchen, die Leute zu schützen“, sagt Palermo, die wenig Verständnis für diese Diskussionen aufbringt. Eine Infektion sei bei allen Maßnahmen immer möglich und müsse vermieden werden. Palermo:„Corona macht keine Ausnahmen.“

Dass die Quarantäne auch an den Senioren nicht ohne weiteres vorübergeht, ist ihr klar: „Für die Bewohner ist das natürlich eine Belastung“, so Palermo. „Sie können sich ja nicht so frei bewegen wie sonst.“ Man hoffe aber, bald neue Informationen zu haben und reagieren zu können.

  • Region
  • Sarstedt
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.