Meinung

Renate Klink
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Betrug bei Jugendhilfe-Platz: Wer kontrolliert die freien Träger?

Kreis Hildesheim - Kreis Hildesheim – Das Hildesheimer Kreisjugendamt hat einen Systemsprenger ziemlich arglos in eine Einrichtung vermittelt. Mit bösen Folgen. Der dubiose Betreiber ist eher der, der das System sprengt – meint HAZ-Redakteurin Renate Klink.

In diesem eher schäbig anmutenden Haus in Bücken (Kreis Nienburg) ist der 17-jährige Tom untergebracht worden. Zu seiner Wohnung gehörte das Fenster, vor dem die Stühle stehen. Foto: Oliver Siedenberg

Kreis Hildesheim - Was genau ist da an pädagogischer Intensivbetreuung hinter den Mauern des roten Backsteingebäudes in Bücken gelaufen? Aus heutiger Sicht muss man wohl sagen: nichts. Das Hildesheimer Kreisjugendamt erweckt in diesem Fall eher den Eindruck, nicht so sehr das Wohl des Minderjährigen im Blick gehabt zu haben, sondern vielmehr die eigene Erleichterung, den Systemsprenger überhaupt irgendwo untergebracht zu haben. Stimmt, die Zahl solcher Plätze ist überschaubar. Aber: Von dem Jugendlichen mit seinen Gewaltausbrüchen geht auch eine Gefahr für die Allgemeinheit aus. Dass ein Amt sich noch nicht mal eine Betriebserlaubnis für eine Jugendhilfe-Einrichtung, geschweige denn eine pädagogische Qualifikation zeigen lässt, das wirkt schon fast fahrlässig – besonders auch dem kranken Jugendlichen gegenüber. Alle mühsam erreichten Erfolge der Auslandsmaßnahme wurden zunichte gemacht. Das völlige Fehlen von Kontrolle – die Vorgeschichte des dubiosen Trägers steht im Internet – und damit die Verschwendung von Steuergeld wiegen ebenfalls schwer.

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