Bad Salzdetfurth - Der Bike- und Outdoorpark in Bad Salzdetfurth ist ein beliebtes Ausflugsziel geworden. Längst drehen dort nicht nur Sportler aus Bad Salzdetfurth ihre Runden. Die Kennzeichen der Fahrzeuge auf dem Parkplatz verraten, dass die Biker und Bikerinnen mitunter lange Anfahrtswege in Kauf nehmen, um ihr Können auf dem Zweirad zu testen. Auch Kinder und solche Erwachsene, die auf dem Rad nicht so experimentierfreudig sind, kommen auf ihre Kosten. Es gibt Trails für Anfänger bis Profis und außen herum führt ein Weg für diejenigen, die es lieber ruhiger angehen lassen.
Die Anlage gehört in die Zuständigkeit der Sportstadt GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Bad Salzdetfurth. Die Mitarbeiter sorgen dafür, dass alle Strecken sicher und gepflegt bleiben und ab und an auch für die eine oder andere Neuerung auf dem großen Gelände an der Entlastungsstraße. Im vergangenen Jahr wurde beispielsweise anlässlich der Deutschen Meisterschaft im Mountainbike Cross Country (XCO) eine ganz neue Strecke angelegt, die inzwischen fest ins bestehende Netz integriert wurde.
In den ersten Jahren war die Nutzung komplett kostenfrei
In den ersten Jahren war die Nutzung des Areals komplett kostenfrei. In den vergangenen Jahren gab es dann den Trail-Taler: Über einen QR-Code, der auf Plakaten an den Bäumen zu finden war (und derzeit noch zu finden ist), konnten Radsportler und -sportlerinnen über das Bezahlportal Paypal für die Nutzung so viel zahlen, wie sie wollten. Unterm Strich kam dabei aber nicht sehr viel Geld in die Kasse. Das war der Politik ein Dorn im Auge – aber auch einigen Bürgern und Bürgerinnen, die dem BOP ohnehin kritisch gegenüber stehen. Im Fachausschuss war deshalb schon mehrfach über eine feste Gebührenordnung für den Park diskutiert worden.
Da der BOP inzwischen in die Trägerschaft der Sportstadt GmbH übergegangen ist, die unter anderem auch für die Freibäder verantwortlich zeichnet, haben sich Geschäftsführung und Aufsichtsrat in den vergangenen Wochen mit dem Thema Eintrittsgelder für den BOP auseinandergesetzt. Mit dem Ergebnis, dass der Trail-Taler in Kürze abgeschafft und stattdessen ein Ticketsystem eingeführt wird.
Ab wann die neuen Eintrittsgelder fällig sind, ist noch unklar
Die Geschäftsführung will die Einführung eines Nutzungsentgelts keinesfalls als Verschlechterung des Status Quo für die Nutzer und Nutzerinnen verstanden wissen. „Sie stellt vielmehr eine wirtschaftliche Notwendigkeit dar“, so Eike Hillebrecht, der nun neben Heiko Räther Geschäftsführer der Sportstadt GmbH und hauptsächlich für die Unternehmenssparte BOP und Flowtrail verantwortlich ist. Das vorgehaltene Angebot soll in gewohnter Qualität aufrecht erhalten werden, ein immerwährender Um- und Ausbau gewährleistet sein. Ziel sei es dabei, die Wünsche und Anregungen der Nutzer und Nutzerinnen aufzunehmen. Das alles müsse aber finanziert werden.
Ab wann die neuen Eintrittsgelder fällig sind, kann Hillebrecht noch nicht genau sagen. Der Ticketautomat sei bestellt. Sobald er installiert ist, gelten die neuen Nutzungsbedingungen. „Hoffentlich zum Saisonstart“, sagt der neue Geschäftsführer und kündigt dann auch stichprobenartige Kontrollen im BOP an.
Die Tageskarte für einen Erwachsenen kostet 5 Euro
„Installiert wird der Automat nahe des Parkplatzes“, erklärt Hillebrecht. Zu erwerben sind an dem Automaten künftig Tages- und Feierabendtickets, Jahres- und Wochenkarten, zu dem gibt es rabattierte Eintrittskarten für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Die Tageskarte für einen Erwachsenen kostet beispielsweise 5 Euro, bis 18 Jahre werden 2 Euro fällig, die Jahreskarte kostet 75 Euro für Erwachsene und 30 Euro für Kinder und Jugendliche. Gruppenrabatt (minus 10 Prozent) gibt es ab zehn Personen auf auf Anfrage unter der Mailadresse bop@bad-salzdetfurth.de. Im Gespräch ist zudem derzeit noch ein Kombiticket für BOP und Freibad. Wer seine Kinder als Zuschauer im BOP begleitet, dort spazieren geht, joggt oder walkt, wird weiterhin keinen Eintritt zahlen müssen.
Kommentar: Tickets für den Bikepark: Konsequent und richtig
Der Bike- und Outdoorpark Bad Salzdetfurth ist eine Bereicherung für die Kurstadt. Die Anlage hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Besuchermagneten entwickelt, die Nutzer und Nutzerinnen nehmen teils lange Anfahrtswege in Kauf. Ein Erfolgsmodell also.
Und dennoch hat der sogenannte BOP in der Stadt auch immer wieder die Kritiker auf den Plan gerufen. Vor allen Dingen deswegen, weil er kein Geld in die städtischen Kassen gebracht hat, sehr wohl aber daraus finanziert wurde. Ein nachvollziehbares Argument.
BOP wird noch an Bedeutung gewinnen
Jetzt führt die Sportstadt GmbH als Träger des Parks Eintrittsgeld ein. Das ist konsequent und richtig. Nicht nur, um die Kritiker zu besänftigen. Es muss für die Zukunft auch gewährleistet sein, dass der BOP in Qualität und Angebot wachsen kann. Das kostet Geld. Zusammen mit den Ausbauplänen in der Masch wird der BOP in der Zukunft schließlich sogar noch an Bedeutung für die Entwicklung der Stadt gewinnen.
Manchem Radsportler wird es vermutlich nicht passen, dass er künftig zahlen muss, wenn er auf dem Gelände fahren will. Letztendlich bekommt er aber ein attraktives und sicheres Streckennetz für einen akzeptablen Betrag geboten. Dass der für Kinder und Jugendliche deutlich geringer ausfällt, ist ebenfalls eine gute Entscheidung.

