Hildesheim - Wo sollen Geflüchtete in der Stadt Hildesheim untergebracht werden? Drei mögliche Standorte sind bereits in der Diskussion – nun sind zwei weitere im Gespräch. Wie berichtet, gehören dazu bislang Areale im Hildesheimer Wald (Bosch Parkplatz), an der Marienburger Höhe (Parkplatz Südfriedhof) sowie am Pferdeanger.
Die Entscheidung geht nun in die nächste Runde: Nachdem Sozialdezernent Malte Spitzer und Stadtbaurätin Andrea Döring ihr Konzept für die Flüchtlingsunterbringung in Containerdörfern in vier Ortsräten erörterten (die HAZ berichtete), haben sie die Beschlussvorlage für den Stadtrat nun im Finanzausschuss vorgestellt. Der erste Neuvorschlag stammt aus dem Ortsrat Nordstadt: Es geht um eine Freifläche zwischen Bundesstraße 6 und Lerchenkamp – als Alternative für den Standort Pferdeanger. Stadtbaurätin Andrea Döring hingegen kann sich dafür nicht erwärmen. „Das Areal ist mit 49.000 Quadratmetern zwar groß genug“, sagt sie, „aber es gibt dort keine echte Erschließung.“ So fehle etwa eine Straßenzufahrt. „Das erfordert einen weit größeren Planungsaufwand.“ Dennoch werde die Verwaltung im Stadtrat eine entsprechende Ergänzungsvorlage einbringen.
Containerdorf für Geflüchtete: Kommt der Lerchenkamp statt oder zusätzlich zum Pferdeanger?
Doch Stadtbaurätin Döring warnt vor diesem Vorschlag: „Wenn der Rat sich für den Lerchenkamp anstelle des Pferdeanger ausspricht, dann werden wir mehr Menschen in Neuhof und auf der Marienburger Höhe unterbringen müssen.“ Denn der höhere Planungsaufwand bedeutet auch, dass eine Unterkunft am Lerchenkamp später fertiggestellt wird und in der Zwischenzeit die Geflüchteten an anderer Stelle unterkommen müssen. Doch damit ist der Lerchenkamp noch nicht vom Tisch, denn die Stadt rechnet mit einer weiteren Zuweisung von Geflüchteten. Damit würde der Alternativvorschlag aus dem Ortsrat Nordstadt zu einem Ergänzungsstandort. Andrea Döring: „Der Lerchenkamp ist in einer zweiten Tranche ab 2025 oder 2026 als Containerstandort denkbar.“
Einen weiteren Vorschlag macht Ratsherr Dirk Bettels (CDU-Mitglied, aber fraktionslos): „Warum nehmen wir nicht das Areal an der Pappelallee? Dort gibt es Einkaufsmöglichkeiten und eine Sportarena in der Nähe.“ Doch diesen Vorschlag weist Andrea Döring entschieden zurück. „Wenn wir dort eine Flüchtlingsunterkunft hinstellen, dann können wir dort keinen sozialen Wohnungsbau entwickeln“, sagt sie. Auf dem früheren Gelände des DJK Blau-Weiß ist ein Wohnprojekt mit viel sozialem Wohnungsbau und einer weitgehend autofreien Gestaltung geplant. Die Stadtbaurätin: „Ich möchte die Grundstücke vermarkten und in das Planungsrecht einsteigen.“
Pappelallee: Stadtbaurätin Andrea Döring ist strikt dagegen
Doch CDU-Ratsherr Bernd Lücke sieht darin keinen Widerspruch. „Dort sind 4500 Quadratmeter Fläche im vorderen Bereich frei, ohne das alte DJK-Gelände zu tangieren.“ Er hält die Diskussion noch lange nicht für beendet. Lücke: „In vier bis fünf Monaten beschäftigen wir uns hier mit weiteren Containerdörfern.“ Dem AfD-Fraktionsvorsitzenden Ralf Kriesinger passt die gesamte Diskussion nicht. Er will in der Ratssitzung in der kommenden Woche ein grundsätzliches Signal setzen: „Wir werden von der Bundesregierung in gesetzliche Geiselhaft genommen. Wir werden im Rat gegen diese Maßnahmen stimmen.“

