Harsum - Die Kreisverwaltung hat bestätigt, dass sie plant, neben der Molitoris-Oberschule in Harsum ein Containerdorf für bis zu 300 Asylbewerber einzurichten (die HAZ berichtete) . Der Standort befinde „sich in der Abschlussphase der Vorprüfung“, sagte die stellvertretende Kreispressesprecherin Lena Kubat am Dienstag der HAZ. Allerdings seien noch einige technische und rechtliche Fragen offen, daher seien Schule und die Gemeindeverwaltung nicht vorher informiert worden – dies „wäre in den nächsten Tagen erfolgt“.
Molitoris-Schulleiterin Dr. Urte Kyas hatte auf Umwegen von den Plänen erfahren und Bürgermeister Marcel Litfin informiert. Beide hatten gegenüber der HAZ die Informationspolitik der Kreisverwaltung kritisiert. Sowohl Kyas als auch Litfin lehnen den Standort ab, der Bürgermeister will dem Landkreis Alternativen vorschlagen.
Dass dieser das Gelände an der Schule nutzen will, begründet Sprecherin Kubat gegenüber der HAZ damit, dass er Eigentümer der Fläche sei und über die Schule die technische Versorgung der Container herstellen könne. Grundsätzliche stünden für die Unterbringung von Flüchtlingen nur wenige Standorte und Gebäude zu Verfügung, damit sei der Bedarf nicht zu befriedigen. Die Kreisverwaltung müsse deshalb auch Standorte in ihre Überlegungen einbeziehen, die zwar nicht optimal geeignet, aber technisch herstellbar und rechtlich zulässig seien. Bei der Fläche in Harsum zeichne sich eine Eignung für bis zu 300 Personen ab, erklärt Kubat: Derzeit prüfe man den notwendigen Umfang der Befestigung der Aufstellflächen für die Container.
Zeitplan unklar – noch mindestens acht Monate bis zum Aufbau
Wann die Flüchtlingsunterkunft eröffnet soll, konnte die Kreisverwaltung am Dienstag noch nicht sagen. Dieser „Konkretisierungsgrad“ sei nicht erreicht, berichtete Kubat. Die weitere Planung, das Genehmigungsverfahren, Ausschreibung und Aufbau benötigten nach ihren Angaben „mindestens sechs, vermutlich eher acht Monate“. Wie Kubat betont, führe die Kreisverwaltung Prüfungen wie in Harsum derzeit auch für andere Standorte durch. Die Öffentlichkeit werde dann informiert, wenn die grundsätzliche Eignung bestätigt sei, um keine müßige Diskussion zu Standorten zu führen, die wieder herausfielen.
