Coronavirus

Corona-Ausbruch im Gronauer Heim: Infizierte Bewohner waren geimpft

Gronau - Aber es waren die ersten Fälle bei Pflegeheim-Bewohnern im Kreis Hildesheim seit Ende März. Die Vorbereitungen für die dritte Impfung beginnen jetzt offiziell.

Das Johanniter-Stift in Gronau ist von einem Corona-Ausbruch betroffen. Foto: Julia Moras

Gronau - Die sieben Bewohnerinnen und Bewohner des Johanniter-Stifts in Gronau, die sich im Zuge des Corona-Ausbruchs dort zu Wochenbeginn mit dem Virus infiziert haben, waren allesamt voll geimpft. Das haben die Johanniter auf HAZ-Anfrage erklärt. Das gleiche gilt für einen der beiden infizierten Beschäftigten. Der mutmaßlich erste Fall in dem Heim, von dem die anderen möglicherweise ausgingen, betraf allerdings einen ungeimpften Mitarbeiter.

Der Fall dürfte der Debatte um Auffrischungs-Impfungen neue Nahrung geben – und tatsächlich bereitet sich der Landkreis Hildesheim inzwischen darauf vor, in absehbarer Zeit wieder mobile Teams in die Einrichtungen in Stadt und Landkreis zu schicken, um Bewohnerinnen, Bewohner und Beschäftigte, die zu Jahresbeginn immunisiert wurden, ein drittes Mal zu impfen.

Einrichtung gesperrt

„Allen infizierten Menschen, Bewohnenden und Mitarbeitenden, geht es bis auf leichte Symptome gut“, sagte Johanniter-Pressesprecherin Anke Höppner am Mittwoch. Sie betonte zugleich, dass nicht sicher sei, dass die vom Landkreis als „Indexperson“ geführte erste Infizierte tatsächlich den Ausbruch ausgelöst hat. Schließlich seien, wenn auch getestet, auch Besucherinnen und Besucher in der Einrichtung gewesen. Damit ist es nun vorbei, das Heim ist vorerst für Gäste gesperrt. Die Bewohnerinnen und Bewohner dürfen aber weiter in den Garten.



In Quarantäne müssen allerdings nur die beiden positiv getesteten Beschäftigten sowie vorsorglich eine weitere Mitarbeiterin, bei der ein erster PCR-Test aber negativ ausfiel. Im betroffenen Wohnbereich seien alle Seniorinnen und Senioren voll geimpft, berichten die Johanniter – wer diesen Status hat, muss nicht in die Isolation, auch wenn er als Kontaktperson der ersten Kategorie identifiziert wird.

Erste Impfdurchbrüche – nach fünf Monaten

„Geimpfte Bewohnerinnen und Bewohner haben wir bei Symptomen per Schnelltest getestet. Geimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden zweimal in der Woche per Schnelltest getestet und nicht geimpfte jeweils vor Dienstbeginn“, schildern die Johanniter ihre Standards.

Der Landkreis wollte die „Impfdurchbrüche“ in Gronau am Mittwoch nicht bewerten. Tatsache ist: Diese Infektionen waren die ersten Corona-Fälle bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Altenheimen im Kreis Hildesheim seit Ende März. Berücksichtigt man, wie viele Corona-Fälle es seither insgesamt im Kreis gab – weit mehr als 2000 – scheint trotzdem offenkundig, dass die Impfungen sehr viele Corona-Fälle verhindert haben.

Dritte Dosis in Planung

Zugleich machen die Fälle aber auch mit deutlich, warum inzwischen über dritte Impfdosen diskutiert wird. Just am Mittwoch ist die entsprechende Verordnung in Kraft getreten, ab sofort sind damit die sogenannten Auffrischungs-Impfungen möglich. Das Land hat bereits angekündigt, diese sollten zunächst in den Heimen starten – weil Bewohnerinnen und Bewohner im Fall einer Infektion besonders gefährdet sind und weil ihre Impfungen am längsten zurückliegen.

Der Landkreis beginnt unterdessen mit den Vorbereitungen dafür, die mobilen Impfteams wieder in die Einrichtungen zu schicken. „Wir stimmen uns unter anderem mit den Heimen ab, auch zur Einholung der Einwilligungs-Erklärungen“, berichtete die Erste Kreisrätin Evelin Wißmann am Mittwoch auf HAZ-Nachfrage. Wann es genau losgehe, sei noch unklar: Das Land habe den Start für Oktober angekündigt, aber die Landkreise gebeten, zunächst seine neuen Handlungsempfehlungen abzuwarten.

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