Vorerst nicht in Hildesheim

Coronavirus: Es fehlen Räume, Ärzte und Material für Diagnosezentren

Kreis Hildesheim - Sie sollten ursprünglich Ende der Woche in der Region Hildesheim an den Start gehen. Am Mittwoch ist sicher: Die Diagnosezentren für das Coronavirus entstehen nicht wie geplant.

Sie werden auch in Deutschland dringend benötigt: Arbeiter in einer Fabrik packen Schutzmasken ein. Foto: Uncredited/dpa

Kreis Hildesheim - Weitere Coronafälle in Deutschland: Fünf Menschen sollen sich allein in Niedersachsen seit Mittwoch mit dem Coronavirus angesteckt haben. Seit Montag gibt es beim Landkreis Hildesheim eine Hotline, bei der Betroffene anrufen und beraten werden können. Das Hildesheimer Gesundheitsamt bietet Beratungen unter der Rufnummer 05121/309-7777 an. Die ist montags bis donnerstags jeweils von 9 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr geschaltet. Wer auf Nummer sichergehen und sich auf Corona testen lassen möchte, sollte einen Arzt und das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren. Bei den Hausärzten häufen sich die Anfragen nach solchen Tests, weshalb nun Testzentren eingerichtet werden sollen. Nur so schnell wie von der Politik geplant, geht es nicht.

Diagnosezentren für Corona: Termin kann nicht eingehalten werden

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat mit dem Land Niedersachsen am Montag vereinbart, dass es flächendeckend und möglichst in allen Landkreisen Diagnosezentren geben soll, die Patienten auf das Coronavirus testen können. Das Ziel war, damit die Hausärzte zu entlasten. Die Testzentren sollten schon Ende dieser Woche an den Start gehen. Am Mittwoch ist jedoch sicher: Dieser Termin kann nicht eingehalten werden.

Ärzte aus dem Ruhestand werden aktiviert

„Das Land kann die notwendige Ausrüstung für diese Testzentren nicht organisieren“, erklärt Dr. Petra Lattmann, Vorsitzende der Hildesheimer KV-Bezirksstelle und Hausärztin in Nordstemmen. Die Schutzkleidung sei überall ausverkauft und niemand wisse, woher man noch welche bekommen könnte. „Ohne sie kann kein Diagnosezentrum öffnen“, sagt die Ärztin. Abgesehen davon sei die KVN zur Zeit noch dabei, nach Räumen für die Zentren zu suchen. Auf die Frage, wer dort arbeiten soll, gibt Lattmann an, dass die KVN Kontakt mit Ärzten aufnehme, die vor kurzem ihre Praxis abgegeben haben und in den Ruhestand gegangen sind.

Ärztekammer: „Wir sind in Hab-acht-Stellung“

Doch nicht nur die KVN ist an der Personalbeschaffung beteiligt: „Die Ärztekammer hilft dabei, Ärzte jeden Spektrums zu kontaktieren.“ Das erklärt Thomas Spieker, Pressesprecher der Ärztekammer Niedersachsen. Dabei würden Aktive wie Ruheständler in Betracht kommen. Die Ärztekammer schöpfe aus einem Pool von 42 000 Ärzten und sei auf diese Abfragen vorbereitet gewesen: „Wir sind in Hab-acht-Stellung.“ Die eigentliche Verantwortung für die Diagnosezentren im Land liege dennoch bei der KVN.

Wie geht es weiter?

Ob es eine Übergangslösung gibt, wo sich Patienten bis zum Aufbau der Diagnosezentren auf Corona testen lassen können, wird sich am Freitag, 6. März, herausstellen. Laut Lattmann hat das Hildesheimer Gesundheitsamt Mitarbeiter der Krankenhäuser, Rettungsdienste und Ärzte zu einem Treffen um 13 Uhr eingeladen.

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